Wenn es um den Firmprozess geht, scheiden sich die Geister in den Pfarren. Es gibt kaum diözesanweite Regeln, was neben einigen Vorteilen auch viele Nachteile und Unsicherheiten mit sich bringt.

130 Firmbegleiter, Pastoralassistenten und Pfarrer versammelten sich vom 20. bis 21. November in der Landwirtschaftsschule Hohenems um über die Zukunft des Firmprozesses zu visionieren. Das Ziel der beiden Tage: Eine gemeinsame Orientierung für die ganze Diözese Feldkirch zu entwerfen. „Ich sehe ein großes Potential in der Firmvorbereitung für die Zukunft unserer Pastoral“, so Pastoralamtsleiter Martin Fenkart.

Was ist die Jugend, was ist die Firmung. Für einen besseren Einblick in die Wertehaltungen von Jugendlichen präsentierte Dr. Gabriele Böheim-Galehr,  Pädagogische Hochschule Vorarlberg, Teile ihrer Studie. Die theologische Komponente lieferte das Impulsreferat von Dr. Patrik C. Hörning. „Man hat so den Eindruck die Fimung soll die momentane Situation der Kirche retten und genau das sollte nicht der Fall sein“, so ein Statement seines Vortrags, mit der Fragestellung was die Kirche mit der Firmung erreichen will.

Jede Meinung zählt. Den Höhepunkt bildeten die verschiedenen Arbeitsrunden. Die Kleingruppen erarbeiteten Wünsche und Forderungen, die das neue Firmkonzept erfüllen soll. Das Reflecting Team, bestehend aus Vertretern der Jugend, kommentierte die Ergebnisse und gab auch ihren Anliegen Raum.

Richtungsweisend. Die Ergebnisse des Studientags werden nun vom Kernteam - bestehend aus verschiedenen Personen aus dem Pastoralamt, den Pfarren und der Jungen Kirche - ausgewertet. Was genau dabei herauskommt ist noch unklar, der Studientag hat aber auf jeden Fall schon die Weichen für die Zukunft der Firmung gestellt.

Zur Sache
Die Diözesane Zukunftskonferenz wurde zur Unterstützung des Kernteams initiiert, das den Konzeptvorschlag für den Firmprozess schlussendlich ausarbeitet. Dieser soll dann als Hilfestellung für die Pfarren dienen. Firmvorbereitung und die Frage warum sich junge Leute firmen lassen sollten, wurden diskutiert. Ein großes Thema war auch das Firmalter. Da einige Pfarren mit 12 und andere mit 17 Jahren firmen, hat sich der sogenannte „Firmtourismus“ entwickelt. Vor allem deshalb wurde der Wunsch der Pfarren nach einer Vereinheitlichung immer größer.

Stimmen

patrik höringDr. Patrik C. Höring

Meine Firmvorbereitung erinnerte eher an den Schulunterricht. Ich konnte mit dieser Form nicht wirklich etwas anfangen. Zumindest hat mich das nicht zum Glauben geführt. Erst während des Theologiestudiums habe ich verstanden, was es heißt zu glauben. Bis vor kurzem war ich selber noch Firmbegleiter. Das Schönste an dieser Aufgabe war, dass ich dadurch einige tolle und interessante junge Menschen kennenlernen und begleiten durfte.


philipp hartmannPhilipp Hartmann

Ich bin seit vier Jahren Firmbegleiter, also seit meiner eigenen Firmung. Ich finde man sollte den Jugendlichen mehr zutrauen, vor allem was Aufgaben in den Pfarren betrifft. Das ist eine der Erfahrungen, die ich bis jetzt als Firmbegleiter gemacht habe. Es ist immer schön zu sehen wie junge Leute während der Firmvorbereitung aufblühen und sich einbringen. Das finde ich an der Firmung ab 17 gut, denn diejenigen, die sich in diesem Alter firmen lassen, machen es aus Überzeugung und sind voll und ganz bei der Sache. Es war toll bei der Zukunftskonferenz von den Erfahrungen anderer Pfarren zu hören und sich gegenseitig auszutauschen.