Über unsere Krippe wusste niemand Genaueres. Auch in der Chronik und im Pfarrarchiv ist die Krippe mit keinem Wort gewähnt. Sie war halt einfach immer da, wahrscheinlich seit der Einweihung der Pfarrkirche 1931.

Sie wurde im Turm in der originalen Transportkiste über die Jahrzehnte verwahrt, die Figuren in Unkenntnis lieblos in Zeitungspapier eingewickelt. Sogar eine dilettantische „Malaktion“ mussten die Engel über sich ergehen lassen. Den Figuren sah man den jahrelangen sorglosen Umgang an. Als vor drei Jahren zwei Figuren aus der Krippe entwendet wurden, wurde bei der Suche nach ihnen Marion Bigontina vom Krippenbauverein auf unsere Krippe aufmerksam. Sie konnte uns die Herkunft der Krippe nennen: Wir haben eine Osterrieder-Krippe. Sebastian Osterrieder, 1864-1932, ein bayrischer Bildhauer und Krippenkünstler, war der "Krippenpapst", der die Weihnachtskrippe wieder zur Blüte brachte. Er entwickelte ein spezielles Gussverfahren, um seine Figuren herzustellen. Jede Figur wurde dann individuell bemalt und mit Stoff drapiert.

Jetzt war klar, dass wir die Krippe in dem schlechten Zustand nicht mehr aufstellen können. Zwei Jahre stand stattdessen eine originelle Holzkrippe aus „Schattenfiguren“ in der Kirche. Heuer fanden wir mit Klaus Zabrodsky und seinem Flohmarktteam einen Hauptsponsor und so konnten wir die Krippe grundlegend restaurieren lassen. Das Bundesdenkmalamt begleitete die Restaurierung, die Nicolé Mayer aus Gaißau durchführte, und beteiligte sich mit einer Förderung an den Kosten. Herzlichen Dank für die Begleitung an Frau Bigontina und das Bundesdenkmalamt, für die gelungene Arbeit von Frau Mayer und den Sponsoren für die finanzielle Unterstützung. Ab Weihnachten ist unsere Osterrieder-Krippe mit den liebevollen und detailreich gestalteten 33 Figuren wieder in unserer Kirche aufgestellt.

Terminhinweis
Krippenführung mit Otto Nester nach der Eucharistiefeier am 23.12. um 9 Uhr.

Otto Nester, Pfarre Mariahilf