In Mariahilf werden ca. 60 Verstorbene pro Jahr beigesetzt. Zu keinem Anlass suchen und finden mehr Menschen in unserer Kirche Trost und Segen. Die feinfühlige und würdevolle Begleitung der Trauernden ist für mich deshalb eine der Kernaufgaben unserer Pfarre.

Als „Neueinsteiger“ in diesen Dienst bin ich berührt von der Kraft der Liturgie und Rituale, die auch den vielen Mitfeiernden, die wenig Übung mit Gottesdiensten haben, wohl tun. Die persönliche Würdigung eines Menschen, dessen Leben zu Ende gegangen ist, verbunden mit den alten
Texten, Gebeten und Zeichenhandlungen aus dem Schatz der christlichen Tradition wirken auch heute.

Dankbar bin ich für die vielen Engagierten, die in Mariahilf bei diesen wichtigen Anlässen mitwirken: Mesner:innen, Kirchenmusiker:innen, Lektor:innen und Leiter:innen der Trostgebete (früher: Totenwachen) stehen immer wieder ganz kurzfristig und ehrenamtlich zur Verfügung. Die Zusammenarbeit mit den Beerdigungsinstituten und dem Haus der Kirche ist entlastend. Für die Leitung der Trauergottesdienste und der Verabschiedungen am Friedhof stehen für die Pfarren Mariahilf und St. Gebhard drei Priester (Manfred Fink, Cliford Antony, Peter Moosbrugger) und zwei  Gemeindeleiter (Gerold Hinteregger und ich) zur Verfügung. Regelmäßig übernimmt jeder von uns den Bereitschaftsdienst für eine Woche.

Es lässt sich beobachten , dass sich der Umgang mit Tod und Trauer ändert. Immer mehr Betroffene wünschen sich einen möglichst kurzen und intimen Trauerprozess. Trostgebete gibt es kaum mehr, dafür immer öfter die Bitte nach einer Verabschiedung im kleinen, familiären Rahmen direkt am Friedhof. Die Corona-Regeln haben diese Entwicklung noch verstärkt. Wir werben in den Trauergesprächen für die Kraft der Rituale und des gemeinsamen Abschiednehmens und engagieren uns dafür, dass die Trauernden auch in dieser schwierigen Zeit etwas von Gottes Segen erfahren.

Mag. Thomas Berger-Holzknecht, Gemeindeleitung Mariahilf