"Fremd ist der Fremde nur in der Fremde" - unter diesem Motto - ein Zitat von Karl Valentin - stand eine ungewöhnliche "Doppelconference" im Kuppelsaal der Vorarlberger Landesbibliothek.

Von Susanne Emerich

Auf Einladung des Katholischen Bildungswerks Bregenz vereinten Dr. Eva Grabherr von okay. Zusammenleben und der Kabarettist Markus Linder in dieser gut besuchten Veranstaltung sachliche Fakten sowie kabarettistische Einlagen zum Thema.

Ebbas ghörigs. Anhand von Bildprojektionen zugewanderter Menschen veranschaulichte Eva Grabherr, dass Migration und Integration nicht irgendetwas Abstraktes sind, sondern ganz konkret in den kleinen und großen Gemeinden Vorarlbergs zum Alltag gehören. Dabei ist auch deutlich geworden, dass es mehr Verbindendes als Trennendes zwischen "Einheimischen" und Migranten gibt. So antwortete ein türkischstämmiger Mann, auf die Frage, weshalb es in Vorarlberg eine Moschee brauche, es sei halt "ebbas ghörigs" (Das Bild stammt aus dem Jahre 2004 und zeigt die ATIB-Moschee in Hohenems).

Abbau von Barrieren. Dennoch müssen weiterhin Barrieren abgebaut werden - denn Integration beginnt im Kopf.  In Vorarlberg ist eine starke Zunahme konkreter Integrationsangebote zu verzeichnen, besonders  starkes Interesse ist dabei von Menschen mit Migrationshintergrund vorhanden, die somit selbst zu "Integrationsakteuren" werden - siehe erste Ansätze politischer Partizipation in der Kommunalpolitik sowie die im Rahmen der Landtagswahl 2009 gewählte erste türkisch stämmige Abgeordnete Vahide Aydin. Neben allen notwendigen Integrationsmaßnahmen seitens der Politik wird aber deutlich, dass der persönliche Kontakt vor Ort, die Tasse Kaffee mit den Nachbarn oder gemeinsame sportliche Aktivitäten die Grundlage für ein Zusammenleben -  "miteinander und nicht nebeneinander" - bilden.