Haben Sie Ihre Wohnung bereits für Weihnachten geschmückt? In unserer Gegend gehört für viele der Christbaum dazu. Aber noch mehr ist es die Krippe, die das Geschehen der Weihnacht ins Bild setzt.

Ich erinnere mich immer wieder an die Krippe bei uns zu Hause, die jetzt bei meiner Schwester ihren Platz gefunden hat: Ein Haus, das in einen Berg hineingebaut war mit einer großen Weidefläche davor, so zeigte sich diese Krippe. Im Stall war die Botschaft dieser Nacht zu sehen. Maria und Josef und das Jesuskind. Dahinter standen Ochs und Esel. Für mich war es als Kind schon besonders. Die beiden Tiere so nah beim Jesuskind.

Damals wusste ich noch nichts vom Wort aus dem Buch des Propheten Jesaja, der ganz zu Anfang seines Buches schreibt: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn.“ (vgl. Jes 1,3) Ich habe mir als Kind oft und oft gedacht, die beiden Tiere sind eben im Stall gewesen und Maria und Josef und das Kind haben hier Unterschlupf gefunden. Aber wenigstens, wenn schon nicht in einer Herberge, hatten sie es hier warm, wie es in einem Stall eben ist. Die Tiere so nah bei dem Jesuskind geben ihm Wärme.

Aber je älter ich wurde desto mehr sehe ich in Ochs und Esel im Stall anderes. Auch ich bin manchmal schwerfällig und behäbig wie der Ochse. Und ich bin oft genug, wie es vom Esel gesagt wird, stur und störrisch. Und wie gerade auch diese Figuren in der Krippe mache ich genug Mist in meinem Leben. Doch da geschieht das Unerwartete:

In allen Mist dieser Welt mit Gier, Streit, Unfrieden, Egoismus, dem "Nicht mehr weiter wissen", Krankheit und aller Ohnmacht kommt dieser Gott. Ja, genau in allen Mist, in meinen persönlichen, der mir selbst manchmal stinkt, und auch in den mit wenig Wohlgeruch erfüllten Mist unserer Welt. Ich rümpfe hin und wieder die Nase über all das, aber Gott in seiner Menschwerdung nimmt auch den Mist dieser Welt in Kauf.

Da bleibt viel offen und vor allem die Frage, warum dieser Gott diesen Weg wählt, um uns so nahe zu sein. Für mich ist es immer noch und immer wieder nicht zu fassen. Aber ich sehe als Geschenk an, das keine besondere Verpackung hat. Ich kann mich auch in diesem Jahr nur wieder staunend freuen.

Anton Rotzetter bringt es für mich ins Wort, was das Geschehen in der Krippe in Betlehem mir sagen und auftragen kann (vgl. im Buch: Gott, der mich atmen lässt, Gebete): „Jeder Ochse weiß, wo er zu Hause ist und jeder Esel spürt, wem er gehört. Nur wir Menschen irren heimatlos von Frage zu Frage, von Haus zu Haus, von Herr zu Herr, von Götze zu Götze. So lass mich Dich erkennen, großer Gott, als Mensch unter Menschen in wahrer Menschlichkeit.“

Gott hat keine Scheu, Gott hält sich nicht zurück! Lassen wir uns auf Gottes Handeln ein und leben wir als Menschen ohne Zurückhaltung und ohne Scheu. Machen wir es wie Ochs und Esel, gehen wir zur Krippe und bleiben dort, denn Mensch werden braucht Zeit.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und von Gott begleitetes feiern der Weihnacht und für das neue Jahr Zuversicht, Hoffnung und Mut. / Manfred Fink