Seit 1999 wird von der Forschungsstelle für Österreichisches Deutsch an der Universität Graz das „Wort des Jahres“ und das „Unwort“ des Jahres bekannt gegeben.

Im Jahr 2020 sind die Sieger zum einen „Babyelefant“ und zum anderen „Coronaparty“. Wir können uns fragen, trifft das auch unsere Wahrnehmung oder haben wir ganz andere Worte, die wir an die Spitze setzen würden? Vielleicht Worte wie: Coronapandemie, Abstand, Hygieneregeln, Mund-Nasen-Schutz, Shutdown,… Oder sind es ganz andere Worte, die uns an diesen weihnachtlichen Tagen und jetzt zum Jahreswechsel begleiten?

Für mich sind es Worte, Verse und Passagen aus der Bibel, die in der Zeit des Advents und an den Festtagen zu Weihnachten und zum Neuen Jahr mir und uns zugesprochen wurden und werden.

In der Heiligen Nacht hieß es in der Botschaft der Engel an die Hirten:
„Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude,…“ (Lk 2,10)

Es mag sein, dass in diesem Jahr die Freude verhalten ist, aber voraus geht auch für uns alle der Zuspruch, dass wir uns nicht fürchten brauchen. Es kommt darin zum Ausdruck, dass Gott und seine Engel wissen, dass die Hirten und wir ängstlich und sogar von Furcht erfüllt sind.

Und dann ist am ersten Tag des Neuen Jahres Abschnitt aus der Bibel, der uns an der Schwelle zugesagt ist. Er findet sich im Buch Numeri im Alten Testament (Num 6,24-26)

„Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“

Die neue Zeit beginnt mit der Zusage, dass Gott uns im Blick hat, ja sogar, dass er uns anblickt. Das kann Kraft und Zuversicht schenken und uns Mut machen, die uns geschenkten Tage, Wochen, Monate und Jahre als eine Zeit zu erahnen und zu leben, in der Gott mit mir in Augenkontakt ist und daher um mich weiß. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Zeit, in der Sie Gott nicht aus dem Auge verlieren.

Mag. Manfred Fink
Pfarrer, Gemeindeleiter in St. Gebhard, Moderator im Seelsorgeraum Katholische Kirche in Bregenz