37 unbegleitet minderjährige Flüchtlinge leben seit Ende des vergangenen Jahres im Bregenzer „Haus Said“. Sie fühlen sich in Vorarlberg sehr wohl, sind dankbar, dass sie hier Schutz gefunden haben und auf viele wohlwollende Menschen gestoßen sind. Was sie noch brauchen? MentorInnen und Fahrräder.

Im Bild: Die Jugendlichen beim Besuch der Inatura mit den Kiwanis Frauen Bregenz.

Stellenleiterin Margaritha Matt kann von vielen Aktionen und Lernerfolgen im Haus berichten: „Unsere Jungs schließen nächste Woche die Schwimmkurse ab, sehr interessiert waren sie auch an einem Werte-Workshop, bei dem unter anderem die Demokratie, die Gleichstellung von Frau und Mann in der österreichischen Gesellschaft oder die `Spielregeln´ hierzulande aufgegriffen wurden. Sie lernen fleißig Deutsch, es macht so viel Freude, dass wir uns nun mit fast allen verständigen können“, erzählt Margaritha Matt. „Möglich machen das natürlich die vielen Helferinnen und Helfer, die ihre Zeit für das ehrenamtliche Sprach-Training investieren und die Deutschlehrerinnen und –lehrer. Motiviert werden die Jungs durch viele Komplimente wie gut sie schon Deutsch sprechen - da geht ein großes Strahlen über die Gesichter – auch bei uns im Team.“

Mentoren-BregenzBegleiterInnen gesucht


Sehr wertvoll sind dabei MentorInnen - Menschen, die jeweils einen der Jugendlichen mit in ihr privates Umfeld nehmen und sich regelmäßig mit ihm treffen möchten, um gemeinsam etwas zu unternehmen. So lernen die sie Vorarlberg von einer privateren Seite kennen und bekommen das Gefühl teilhaben zu dürfen. Bereichernd finden auch die MentorInnen ihr Engagement: „Es ist uns wichtig, menschliche Werte des Miteinanders als Haltung zu leben. Das heißt, nicht nur darüber zu reden sondern etwas zu tun. Die Erfahrung mit unserem `Patenkind´ Tamim ist sehr positiv. Er ist eine Bereicherung für uns alle, ein liebenswerter, herzlicher Junge. Wir, unsere erwachsenen Kinder und auch die Enkelkinder haben ihn sehr ins Herz geschlossen. Tamim gehört schon richtig zur Familie“, erzählen etwa Alma Nussbaumer und Dieter Preuss. Auch Margaritha Matt bestätigt: „Jene, die schon einen Mentor/eine Mentorin haben, sind immer sehr glücklich, wenn sie gemeinsam unterwegs sind und alle anderen hätten das natürlich auch gerne“, würde sich das „Haus Said“ über zusätzliche Freiwillige freuen.

Fahrräder sind gefragt


Groß wäre die Freude auch über Fahrräder für die Wohngemeinschaft. „Insgesamt bräuchten wir 15 Stück, die wir gemeinsam mit Freiwilligen und den Bewohnern reparieren würden. So hätte jeder der `Jungs´ ein eigenes Fahrrad. Erwähnen möchte Margaritha Matt auch noch die vielfältigen Unterstützungsangebote Privater sowie Firmen, die auch Ausflüge möglich machen. So waren die Jugendlichen unter anderem gemeinsam mit dem Sacre Coeur Riedenburg in der Molkerei Metzler in Egg, mit dem Lions Club Bregenz auf einem Fußballmatch der Austria Lustenau oder mit den Kiwanis Frauen Bregenz in der Inatura. Integration erfolgt aber auch immer wieder etwa durch Nachbarschaftshilfe-Aufträge in der Region Bregenz oder die gemeinsame Gartengestaltung mit Freiwilligen. Und schließlich tönt auch immer wieder Musik aus dem „Haus Said“, denn die hauseigene Combo „Smile“ probt schon fleißig für ihren ersten Auftritt.