Gedanken zum Faschingssonntag von Mag. Manfred Fink

Diesem Sonntag können wir gleich drei Inhalte geben:
Da ist als erstes der Sonntag selbst. Blicken wir in den liturgischen Kalender so lautet die Angabe: 6. Sonntag im Jahreskreis. Schauen wir in den Heiligenkalender, finden wir dort den Namen Valentin. Und drittens ist dieser Tag auch der Faschingssonntag.
Das Evangelium (Mk 1,40-45) des Sonntags berichtet von einer Begegnung:
„In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm nieder und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will – werde rein!“ (Mk 1,40-41)

Begegnung setzt voraus: aufeinander zu gehen - und hier auch ein Bitten und Empfangen. Ich finde darin ganz Wesentliches. Allein schon das Wort „Aussätziger“ in dieser oder in abgewandelten Formen erschließt sich mir in eigen(artig)er Weise.
Sich aussetzen – Worten und Blicken der Mitmenschen, das erfordert oft viel Überwindung und Mut. Ausgesetzt werden – durch das Verhalten des Umfeldes oder aufgrund Anordnung anderer ist schwierig auszuhalten und verursacht auch Schmerz. Die Zeit der Pandemie erfordert immer noch ein Durchhalten. Wir waren und sind diesem Virus und seinen Gefahren ausgesetzt. Das gemeinsame Feiern war immer wieder ausgesetzt. Begegnungen sind ausgesetzt. Der Ruf um Hilfe aus dem Mund des Aussätzigen könnte auch von uns stammen: „Wenn du willst, Herr, … kannst du machen!“

Der Tag des hl. Valentin hat bei manchen Menschen einen hohen Stellenwert. Um das Leben zweier Männer im frühen Christentum mit gleichem Namen ranken sich viele Legenden. Aber eines ist geblieben. Valentin gilt als Patron der Liebenden. Er soll Paaren in besonderer Weise Beistand geleistet haben. Er soll jenen, die aufgrund ihrer Familienzwänge oder sozialen Umstände den Worten, den Blicken und der Missachtung ausgesetzt waren, neues Leben in der Begegnung ermöglicht haben. Und somit war er einer, der Grenzen zwischen Menschen geschliffen und Zusammensein gefördert und gestärkt hat. Den Brauch – vor allem den Frauen – Blumen zu schenken, geht zurück auf die römische Zeit. Am 14. Februar wurde der Liebesgöttin Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, gedacht und es wurden ihre Altäre mit Blumen geschmückt. Dieser Brauch kann in unserer Zeit, in der so viel ausgesetzt ist, ein Zeichen der Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Zuwendung Beziehung und Nähe sein.

Und dann ist da noch der Faschingsonntag. Die Tage vor dem Aschermittwoch haben ihre Wurzeln in der Abfolge des Kirchenjahres. Vor der kargen Fastenzeit wollten die Menschen noch einmal feiern, sich begegnen und die Freude leben. Manches an Brauchtum entwickelte sich. In diesem Jahr ist kaum etwas von dem machbar. Aber die Leben schenkende Freude darf tief in uns sein. Und diese Freude hat einen Namen: Jesus – was so viel heißt wie: Gott hilft, Gott rettet!
Ich wünsche Ihnen, dass Ihre Herzensfreude nicht untergeht. Ein Grinsen und Lachen des Herzens findet dann auch Ausdruck in unserem Gesicht und kann für andere ein Geschenk sein an diesem „Fasching-Valentin-Sonntag“ und auch darüber hinaus.

Mag. Manfred Fink
Moderator im Seelsorgeraum und Pfarrer in Bregenz, Gemeindeleiter in St. Gebhard