Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist Christus, dem König, gewidmet. Es ist ein junges Fest. 1925 wurde es von Papst Pius XI. eingeführt und seit der Liturgiereform wird es am letzten Sonntag im Kirchenjahr gefeiert.

Die Entstehung dieses Ideenfestes ist zu verstehen in einer Zeit der untergehenden König- und Kaiserreiche. In der Bibel finden sich manche Hinweise zum Königtum. In diesem Jahr hören wir im Gottesdienst einen Abschnitt aus dem Lukasevangelium. Da heißt es beim Bericht über die Kreuzigung Jesu, dass am Kreuz eine Inschrift angebracht war: „Das ist der König der Juden.“ und weiter sagt einer der Verbrecher: „Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns!“ (vgl. Lk 23,38-39)

In dem Wort ‚Christus‘ steckt für mich das besondere dieses letzten Sonntags vor der neuen Zeit, dem Advent. Christus bedeutet in der griechischen Sprache: der Gesalbte. Und in diesem Wort liegt das Besondere für uns heute. Wenn ich die Taufe spende, salbe ich nach dem Übergießen mit Wasser den Täufling mit Chrisam und spreche dabei die Worte: „Aufgenommen in das Volk Gottes wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“

Als Getaufte haben wir in allem Anteil an Jesus, dem Gesalbten, dem Christus:

  • Wir sind Priester:in da wir beten, bitten, danken, singen, loben, feiern.
  • Wir sind König:in, weil wir eine Würde haben, die uns nicht genommen werden kann. Vor Gott dürfen wir aufrecht stehen. Wir sind sein Abbild wie es in den ersten Zeilen der Bibel heißt (vgl Gen 1,27).
  • Wir sind Prophet:in, wann immer wir Zeugnis ablegen für den, der uns alle kennt, dessen Abbild wir sind und der mit uns durch dieses Leben geht und unser aller Leben wandeln und es auch vollenden wird.

Ich erhoffe für uns alle diese Zuversicht, dass wir als Priester:in, König:in und Prophet:in unseren Weg als Getaufte gehen können und werden.

Pfarrer Mag. Manfred Fink
Gemeindeleiter in St. Gebhard und Moderator im Seelsorgeraum „Katholische Kirche in Bregenz“