Die Liturgie der Fastenzeit führt uns jeden Sonntag näher heran an das Geheimnis von Ostern.

Immer am zweiten Fastensonntag hören wir in der Kirche die Tabor-Erzählung. Diese Erzählung von der Verklärung Jesu auf einem hohen Berg bietet einen Blick in den Himmel und eine Gottesbegegnung für Petrus, Jakobus und Johannes.

War eine solche Offenbarung nötig? Ja, gewiss! Denn die Apostel waren zwar mit Jesus unterwegs, aber sie verstanden vieles von dem noch nicht, was er sagte und tat. Sie waren begeistert von ihm und doch hatten sie noch einen ungefestigten Glauben. Erst später würden sie all dies im Glauben erfassen, als Jesus am Kreuz gestorben und von den Toten auferstanden war!

Was bedeutet die Botschaft für uns? Die Stimme vom Himmel spricht von der Sohnschaft Jesu. Wir sind eins mit Jesus in der Kindschaft Gottes durch die heilige Taufe, die wir empfangen haben. Trotzdem müssen auch die Menschen, die Jesus nachfolgen, manchmal Schweres erfahren: Abschiede von geliebten Menschen, zerstörte Ehebeziehungen, schwere Krankheiten.

Aber auch im Leid können wir hoffnungsvoll leben. Wir sind Gottes geliebte Kinder wie Jesus selbst. Jesus Christus siegt über Leid und Tod. Er schenkt uns das Leben in Fülle. Mit ihm dürfen auch wir leben, wenn wir auf ihn hören. Die Fastenzeit bietet uns die Gelegenheit, mehr auf ihn zu hören, unser Leben nach ihm auszurichten.

Kaplan Cliford Antony