Das Evangelium vom 2. Adventsonntag erzählt uns von der Berufung Johannes des Täufers. Auf Gottes Ruf hin zog er in die Gegend am Jordan und verkündete dort die Taufe der Umkehr zur Vergebung der Sünden.

Doch wer war eigentlich dieser Johannes?

Jesus hat über Johannes den Täufer voller Bewunderung gesprochen, dennoch wird er in der christlichen Überlieferung nur als Vorläufer und Wegbereiter Jesu dargestellt.

Dass Jesus sich von Johannes hat taufen lassen, ist für Exegeten einer der sichersten historischen Fakten, die wir vom Leben Jesu wissen.
Um die Vorrangstellung Jesu gegenüber Johannes dennoch zu betonen, greifen die Evangelisten zu unterschiedlichen Methoden: Bei Markus ist Johannes der Bote, der vor Jesus hergeschickt wird, Matthäus spricht der Johannestaufe die Sünden vergebende Kraft ab und demonstriert die Unterordnung des Johannes. In der Tauferzählung von Lukas schließlich steht das Gebet Jesu im Mittelpunkt, wer Jesus tatsächlich getauft hat, bleibt ungesagt.

Jesus hat sich von Johannes' Botschaft treffen und sich von ihm taufen lassen, was Umkehr und Vergebung der Sünden bedeutet hat. Warum Jesus zu Johannes gekommen ist und ob er längere Zeit bei ihm geblieben ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Dass Jesus die Gedanken des Johannes in seine eigene Verkündigungsbotschaft integriert hat, spricht dafür, dass Jesus ursprünglich zum Kreis um den Täufer gehört hat, dass er sich, wie viele andere, begeistern, ja entzünden hat lassen von der Predigt dieses „Rufers in der Wüste“: Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen! Denn alle Menschen werden das Heil Gottes schauen.

Elisabeth Schubert, Gemeindeleiterin St. Kolumban und St. Wendelin/Fluh