Ein Hotel hoch oben in den Tiroler Alpen. Der erfahrene Diplomat Edvard Behrens soll Frieden stiften zwischen zwei Bürgerkriegsparteien aus dem Nahen Osten, mit denen er in einem abgelegenen Berghotel festsitzt.

Die Verhandlungen gehen schleppend voran und es droht immer wieder der Abbruch. Auch die betörend schöne Landschaft und die klare Luft helfen hier nicht. Es gilt, die Hoffnung auf echten Fortschritt nicht zu verlieren. Zuflucht sucht Edvard in der Musik, der Natur, der Literatur - und bei Anna, die für ihn alles bedeutet, mit der er sich verbunden fühlt wie mit niemandem, die omnipräsent ist und so quälend abwesend.

Der Roman ist solide und gut lesbar geschrieben, wenn auch kein sprachliches Meisterwerk. Dies macht er aber durch seine Thematik wett. Der Leser wird in die Welt der an vielen Stellen mühsamen Friedensarbeit genommen. Vieles vom Weltgeschehen wird durch diesen Blick klarer. Ein sehr aktueller Roman, der den Horizont erweitert.

Der Autor Tim Finch, kennt die von ihm beschriebene Welt. Er war Pressechef beim führenden Think Tank IPPR, vorher beim Refugee Council. Er arbeitete als Journalist bei der BBC, als Korrespondent in Westminster, und schreibt u.a. über Migrationsfragen. Heute lebt er als freier Schriftsteller in London.

Finch, Tim : Friedensgespräche
Übersetzung: Maass, Johann Christoph. 2022.   Sprache: Deutsch
224 Seiten
Rowohlt, Hamburg, 2022
Preis: 22,70 €