FIRMUNG 2018 - Firmspender Bischof Erwin Kräutler


Dom Erwin Kräutler gehört seit langem zu jenen Bischöfen Südamerikas,die die „Option für die Armen“ vertreten. Seine Überzeugung, dass eine Seelsorge unter den Indios, die der sozialen Unterschicht angehören, mit einer Bekämpfung der Armut einher gehen müsse, ist durch sein Wirken und das vieler anderer Priester seit einigen Jahrzehnten in der Bevölkerung Lateinamerikas und zunehmend auch für konservative Bischöfe unbestritten.

Er schuf Geburtshäuser für indigene Mütter, denn die Krankenversorgung für diese ist in Brasilien oft unzulänglich. In seiner Diözese lebtin circa zwanzig Indianerdörfern die Urbevölkerung am Rio Xingu: Kayapo, Asurini, Araweté, Parakanã, Xikrin und Arara.

In einem Interview des Radios Ö1 berichtete Kräutler, die Indios am Amazonas würden in ihren Lebensräumen immer mehr zurückgedrängt, oftmals mit brutaler Gewalt. Als Hirte von Xingú sei er beauftragt, nach Wegen zu suchen, aus diesem Leiden und aus der Armut herauszukommen.

„Wenn ich mich auf die Seite der indigenen Völker stelle, der Schwarzen,der ausgebeuteten Frauen, dann bin ich immer gegen die Interessen von anderen, die diese Leute ausbeuten wollen.“

Im Jahre 1983 wurde Kräutler wegen Teilnahme an einer Solidaritätsaktion mit Zuckerrohrpflanzern von der Militärpolizei festgenommen und verprügelt. Am 16. Oktober 1987 überlebte Kräutler einen Mordanschlag schwer verletzt, als ein Kleinlastwagen bei einem inszenierten Autounfall frontal in seinen PKW fuhr. Sein Mitfahrer wurde getötet. Die Täter und der Auftraggeber des Mordanschlages wurden verurteilt, der Auftraggeber jedoch nach einem zweiten Verfahren freigelassen.1995 wurde Kräutlers Ordensbruder und Mitarbeiter Hubert Mattle am Bischofssitz Altamira ermordet. Nach der Ermordung der Umweltaktivistin und Ordensschwester Dorothy Stang im Jahr 2005 wurde Erwin Kräutler wiederholt mit dem Tod bedroht, da er auch Hintermänner vor Gericht bringen wollte. Weitere Gründe für Morddrohungen sind sein Widerstand gegen das Staudammprojekt Belo Monte und seine Anzeigen gegen einflussreiche Personen in Altamira wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Kinderprostitution. Er wurde wiederholt mit Morddrohungen wegen seines Kampfes für den Umweltschutz konfrontiert.

Für seinen unermüdlichen Einsatz wollen wir Bischof Kräutler mit einem Teil der Sammlung in der Firmmesse unterstützen.

Norbert Attenberger