Wie der Traum aller eifrigen Christen war es auch mein Lebenstraum, in Rom zu sein, vor den Gräbern der Apostel, großen Märtyrer und Päpste zu knien und die großen Paläste und Wege des Römischen Reiches durch­zugehen. Zu Beginn des Studienjah­res gingen die Canisianer immer auf Wallfahrt. Alle fünf Jahre pilgerten wir nach Rom. Deshalb hatte ich die Ge­legenheit, nach Rom zu fahren.

Ich war für circa eine Woche in Rom. So viele Erinnerungen und Erfahrun­gen bekam und erlebte ich dort. Ich überlegte, wie ich jetzt von solchen beeindruckenden Erfahrungen und Gefühlen erzählen konnte. Rom wurde nicht in einem Tag gebaut. Ich konnte deshalb nicht alles gut beschreiben.

Kurz und bündig wollte ich sagen, dass die Pilgerfahrt nach Rom mir half, den christlichen Glauben und die katholische Kirche besser zu er­kennen. Diese Wallfahrt vertiefte meine Glau­bensüberzeugung, dass unsere Kirche auf das Leben der Märtyrer und Heili­gen als Vorbild für alle Christen ge­baut wurde.

Außerhalb des Vatikans fand man solche Wallfahrtsorte, wodurch ich die Schönheit unseres Glaubens spürte. Der Vatikanstaat brachte mich aber zum tieferen Gefühl, dass ich zur Ge­samtkirche gehörte. Ich traf mehrere Kongregationen des Vatikans, wodurch der Papst der katholischen Kirche diente. Das war auch eine gute Gelegenheit für mich, die Struktur und Organe der Kirche mehr kennen zu lernen.

Am 20. September hatte ich die Chance, an der Generalaudienz mit dem Papst am Petersplatz teilzuneh­men. Bei dieser Gelegenheit sah und erlebte ich die Katholizität der Kirche. Aus vielen Ländern und mit verschie­denen Hautfarben und Hintergründen versammelten sich tausende Katholi­ken und Katholikinnen. Alle wollten den heiligen Vater sehen und begrü­ßen. Sie brachten auch ihre Musikin­strumente, Flaggen und Luftballons mit. Das war die Gnade Gottes, dass ich nach der Generalaudienz den Hei­ligen Vater persönlich treffen konnte und ihn kurz begrüßen durfte.

Ich schrie laut: „Dank sei Gott, ich gehöre zu einer großen Gemeinschaft, die auf der ganzen Welt gegenwärtig ist“. Ich spürte und erlebte die Schönheit der katholischen Kirche. In diese Kirche bin ich durch die Taufe einverleibt. Mit mehreren Botschaften des Heiligen Vaters bei der General­audienz fasste ich meine Erfahrungen in Rom zusammen:

Botschaft des Heiligen Vaters: „Liebe Brüder und Schwestern, wir wollen in der heutigen Katechese unseren Blick auf die Erziehung zur Hoffnung rich­ten. Als Christen lassen wir uns nicht von negativen Gedanken erdrücken, sondern leben aus dem festen Glau­ben, an Gott, der mit der Erschaffung dieser Welt schon sein erstes Wunder gewirkt hat. Wir vertrauen auf den Heiligen Geist, der alles zum Guten führt, und auf die Umarmung Christi, der auf jeden Menschen wartet. Glaube und Hoffnung gehen dabei Hand in Hand. Jeder ist daher geru­fen, sich aufzumachen und voller Hoffnung Gutes zu tun. Denn Jesus hat dir ein Licht geschenkt, das in der Finsternis leuchtet. In der Taufe wurde dein Leben in das Geheimnis der Dreifaltigkeit hineingetaucht und du gehörst zu Jesus. Jesus lebt in dir.

Antony Sijan