Maria Himmelfahrt

Der offizielle Titel dieses Feiertages lautet:
Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel

An diesem Tag werden nach altem Brauch die Kräuter gesegnet. Die Kräuterweihe gehört zu den volkstümlichen Bräuchen der römisch-katholischen Kirche. Dieser Brauch ist schon seit dem 9. Jahrhundert bekannt und ist in den letzten Jahren wieder mehr aufgelebt. Dabei werden am Hochfest Maria Himmelfahrt am 15. August Kräuter zu einem Strauß gebunden und mit zur Kirche gebracht. Dort werden diese im Gottesdienst oder im Anschluss daran vom Priester gesegnet.

Die Kräuterweihe zählt zu den Sakramentalien. Das Brauchtum geht vermutlich auf die Überlieferung des Kirchenvaters Johannes von Damaskus zurück, der zufolge dem leeren Grab Mariens bei seiner Öffnung ein Wohlgeruch nach Rosen und Kräutern entstiegen sein soll.

Je nach Region können die Kräuterbuschen aus insgesamt 7 (Zahl der Wochen- bzw. Schöpfungstage), 9 (dreimal drei für die hl. Dreifaltigkeit), 12 (Zahl der Apostel), 14 (Zahl der Nothelfer), 24 (zweimal zwölf: zwölf Stämme Israels aus dem alten und zwölf Apostel Christi aus dem neuen Testament) oder 72 (sechsmal zwölf) (Zahl der Jünger Jesu) verschiedenen Kräutern bestehen. Typische Kräuter neben Alant sind Echtes Johanniskraut, Wermut, Beifuß, Rainfarn, Schafgarbe, Königskerze, Kamille, Thymian, Baldrian, Eisenkraut und die verschiedenen Getreidesorten. In manchen Regionen wurden in die Kräuterbuschen so viele Alantblüten eingebunden, wie Menschen, Kühe und Pferde auf dem Hof lebten. Der Tee aus diesen geweihten Kräutern sollte besonders heilsam sein. Krankem Vieh wurden geweihte Kräuter ins Futter gemischt oder man warf zum Schutz vor Blitzschlag beim ins offene Feuer.

In der 9.30 Uhr Messe werden in der Friedenskirche die Kräuter gesegnet.

Norbert Attenberger