Ein Impuls von P. Guido

Liebe Freunde! Zum Erwachen der Natur dieses Jahr fällt es uns nicht leicht, zu bestätigen: Ostern kommt, Ostern leuchtet in uns auf. Das liegt an dieser Zeit, die das Äußerste von uns allen verlangt. Unser Leben hat doch einen sehr hohen Preis, den wir zu seiner Erhaltung zahlen müssen. Hier braucht es unsere gute Einstellung. Deshalb schauen wir voller Anerkennung und Bewunderung auf die vielen Menschen, die für uns das Unmögliche leisten. Wir schätzen in jeder Hinsicht den Einsatz der Ordnungskräfte, der Landesregierungen, der Krisenstäbe und zuletzt und zuallererst der medizinischen Versorgung. Das bringt uns gerade zum solidarischen Gebet für diejenigen, die oft unter Lebenseinsatz das zerbrechliche Leben pflegen. Hier fehlen mir beinahe die richtigen Worte.

Liebe Freunde, zu Beginn der Osterzeit erkennen wir auch an, dass wir geistig keine sinnlose Zeit erleben, dass wir gerade jetzt keine Ratlosigkeit, Ablehnung und Reklamation brauchen und mit aller Kraft einen Blick nach vorne wagen. Ganz, wie uns dahingehend auch die Beobachtung zur Haltung Jesu verwundern müsste: „Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ (Mt 9,36)

Wir sind nicht allein, wir leben unter seinem liebevollen Blick, der uns immer und besonders jetzt in seine Osterzeit begleitet. Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg machte für uns Papst Franziskus den vergangenen Freitag, 27.03.2020, im Gebet und Segen gegen die Pandemie von den Stufen des Petersdoms. Er stand dort nur scheinbar allein. Ich hoffe, dass es euch dabei auch so gegangen ist, dass ihr ihm geistig zur Seite gestanden seid. In dieser Verbindung mit der Universalkirche verbleiben wir mit ihm zu Beginn der Osterzeit vor dem Gekreuzigten. Dazu könnten wir noch bewusster die wichtigen Worte von Jesaja mitbeten: „Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen, er wurde durchbohrt. Durch seine Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53,4-5)

Liebe Freunde, möge das „andere“ Ostern dieses Jahres die vielen Wunden der Menschheit zum Heilen bringen. Vertrauen wir auf die Kraft, die im Geist der Einheit in Jesus Christus wirksam bleibt. Einige Angebote in unserem Seelsorgeraum und in unserer Diözese wollen uns dabei helfen. Im Namen der beiden Klöster in Bludenz möchte ich euch versichern: hier habt ihr täglich das Gebet und die Gottesdienste für euch und in eurem Namen gesichert. Hier werden stellvertretend für uns alle die Osterliturgie gefeiert und die Osterkerzen für unsere Pfarren geweiht.

Die Osterkerze ist nun ein sicheres Bild unseres Glaubens: fünffach durchstochen mit den Wundzeichen Jesu Christi, und das in der Nacht der Auferstehung. Sie wird unsere Kirchen über die kommende Zeit begleiten, besonders zum Anlass der Sakramente, die weiter stattfinden werden. Vor der Osterkerze erleben wir über lange Zeit danach die nie verstummende Botschaft des Lebens Jesu in uns. Lasst uns alle diese Botschaft annehmen, vielleicht ganz im Sinn von Dietrich Bonhoeffer: „Nicht ein innerweltliches, sondern ein überweltliches Geschehen ist Ostern, ein Eingriff Gottes aus der Ewigkeit, kraft dessen er sich zu seinem Heiligen bekennt, ihn vom Tode auferweckt. Nicht von Unsterblichkeit ist Ostern die Rede, sondern von Auferstehung vom Tode, der wirklich ein Tod ist mit allen Schrecken und Furchtbarkeiten, ein Tod des Körpers und der Seele, des ganzen Menschen, kraft Gottes Machttat. Das ist Osterbotschaft.“

Als euer Priester, zusammen mit allen Mitwirkenden im Lebensraum Bludenz, wünsche ich uns allen, dass wir diese kommende Woche gut motiviert, fruchtbar und ganz intensiv erleben. Nichts kann uns trennen von dem, der zu uns sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“. Mit der Kreuzreliquie aus unserer Kirche in meiner Hand segne ich jede und jeden von euch: Der Segen Gottes des Allmächtigen, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes komme herab über Dich und die Deinen und bleibe für immer.

Pfarrmoderator P. Guido