Liebe Freunde Gottes, der kommende Sonntag bietet uns eine bekannte Lesung aus dem Johannes-Evangelium über die Auferweckung von Lazarus.

In der Zeit während die ganze Welt sich in ein riesiges Lazarett verwandelt, scheint die Botschaft von der Auferweckung der Toten irgendwie realitätsfern. In diesem Stück aus der Bibel steckt aber noch eine weitere Botschaft. Jesus bekommt die Nachricht: „Der, den du liebst, er ist krank“. Menschen, die er liebte, mit denen er gerne Zeit verbracht hat, wurden vor den Gesetzen der Natur nicht verschont. Auch wir kennen immer mehr Menschen, die von der allgegenwärtigen Krankheit betroffen sind.

Aus der gespenstischen Beschränkungen des Alltags wird so eine beinharte Realität. Jesus, der immer eine richtige Antwort parat hat und meistens der Herr der Situation zu sein scheint, wird plötzlich emotional. Er weint über den Tod seines Freundes. Zweimal wird betont, dass er zutiefst aufgewühlt und erschüttert war: „Seht, wie lieb er ihn hatte!“. Wir wissen nicht, warum die Natur mit uns und unseren Liebsten momentan so hart umgeht. Da hat man als Christ gar keine Antwort darauf. Doch der Glaube und die Hoffnung, dass wir Gott nicht egal sind, die geben Kraft.

Wer seinen Weg mit Gott geht, weiß zu berichten, dass er sich von seinem Schöpfer geliebt fühlt. Und so wie bei Lazarus, weint Gott bei jedem, der an einer Krankheit leidet. Er ist zutiefst erschüttert, wenn einer seiner Freunde stirbt.

Und auch wenn es unserer Realität fern scheint, eröffnet er uns eine neue Dimension:  „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“. Die Liebesbeziehung und Freundschaft gehen über die Grenzen des Todes hinaus.

Bohuslav Bereta

Bohuslav Bereta ist der Leiter im Kaplan Bonetti Haus und zuvor Teamleiter der Jungen Kirche Vorarlberg sowie Geschäftsführer des Vereins Katholische Jugend und Jungschar Vorarlberg in der Diözese Feldkirch. Bereta ist sonst gebürtiger Slowake, der an der Karl-Franzens-Universität Graz Theologie und Pädagogik studierte.