Länderinfo Philippinen

Die Philippinen sind ein an Ressourcen reiches Land, aber der Reichtum ist sehr ungleich verteilt. Der Gegensatz zwischen der kleinen reichen Oberschicht und der armen breiten Unterschicht ist deutlich sichtbar. 23 Millionen Menschen sind vom Hunger betroffen. Laut UNICEF zählen die Philippinen zu den zehn Ländern weltweit, welche die höchste Anzahl an fehlernährten Kindern unter fünf Jahren haben. 

Eine Folge der allgemeinen Armut ist die hohe Kriminalität. Immer wieder kommt es zu Raubüberfällen, Drogenhandel, Vergewaltigungen oder Morden. Menschen- und Kinderrechte zählen in dieser gewalttätigen Situation nur wenig. Frauen und Kinder erleiden schwere Misshandlungen und sexuelle Gewalt oder werden in die Prostitution gezwungen. Viele Kinder und Jugendliche zerbrechen daran und flüchten aus Verzweiflung in die Scheinwelt der Drogen. 

Kinderarbeit ist auf den Philippinen zwar durch weitreichende Gesetze verboten, trotzdem gibt es übereinstimmenden Schätzungen, die von rund 5 Millionen Kindern ausgehen, die in irgendeiner Form arbeiten. Viele von ihnen leiden an Wachstumsstörungen, Krankheiten und Unterernährung. Viele Frauen und Kinder leben davon, den Müll nach verwertbaren Resten zu durchsuchen. 

Die unglaubliche Armut, die das Leben der Menschen auf dem Land wie auch in den großen Städten bedroht, hat viele Dimensionen: Den Mangel an Chancen und Ressourcen (Land, Kapital, medizinische Versorgung, Bildung), den Mangel an sozialer Absicherung (gegen Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Alter, mangelhaften bis fehlenden Wohnraum und Naturkatastrophen) und Machtlosigkeit (wenig Einfluss auf politische Entscheidungen und wenig Gelegenheit, die eigene Situation zu verbessern).

Philippinen - Zahlen und Fakten

Fläche: 299.764km² (Österreich: 83.871 km²)
Bevölkerung: 81.503.000 (Österreich: 8,3 Millionen)
Sprachen: Englisch, Filipino (Amtssprachen), 171 weitere Sprachen
Bevölkerungswachstum: 1,9 % (Österreich: 0,14 %)
Analphabetismus: 7,4 % (Österreich: 2 %)
Lebenserwartung: 72,1 Jahre (Österreich 80,1 Jahre)
Human Development Index (HDI): Rang 105 von 182 (Österreich: Rang 14)
Armut auf den Philippinen 
• 80 % der Bevölkerung haben weniger als 2,- € pro Tag zum Leben. 
• 86 % der Menschen haben zu wenig Einkommen, um ein menschenwürdiges Leben zu führen. 15 von 100 Familien können sich nicht ausreichend ernähren. 
• 23 Millionen sind vom Hunger betroffen.

Dreikönigsaktion auf den Philippinen - Wir setzen Zeichen.

Die strategischen Schwerpunkte der Entwicklungszusammenarbeit der philippinischen ProjektpartnerInnen der Dreikönigsaktion sind auf folgende Themen ausgerichtet: Nachhaltige Landwirtschaft, Jugendarbeit, pastorale Initiativen, Umweltschutz und Projekte für indigene Völker (Bewusstseins-)Bildung und Menschenrechte. Derzeit werden über 50 Projekte in einem Gesamtausmaß von rund 1.100.000 Euro in den Philippinen mit Hilfe von Sternsingerspenden finanziert - überwiegend mit kirchlichen PartnerInnen. Der Kirche kommt in der philippinischen Gesellschaft eine besondere Rolle zu: In sie setzen viele Menschen ihr Vertrauen und ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft. Die Hilfsprojekte der Dreikönigsaktion sind (wie in allen anderen Ländern auch) auf mehrere Jahre ausgelegt. Erfahrungsgemäß sind sichtbare Veränderungen von schwierigen Problemstellungen der lokalen Entwicklung nur auf langfristigem Wege zu erreichen.