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Evangelien an den Adventsonntagen
Advent ist in unserer Gesellschaft mit vielen Erwartungen und gemüthaften Erfahrungen belegt. Erinnerungen an Erfahrungen, die wir in der eigenen Kindheit erlebten, werden lebendig und klingen nach. Auch in wenig oder nicht religiösen Menschen schwingt einiges mit, wenn sie vom Advent sprechen.
Mehr als Weihnachten
Advent ist die Zeit, in der die Weihnacht, das große Fest in der Erinnerung an die Geburt Jesu, vorbereitet wird. Jahrhunderte lebte im Volk Israel die Erwartung, dass der Messias und Erlöser kommen werde - Ausdruck der tiefen Sehnsucht im Menschen nach Leben und Heil. Die Texte der Bibel sind voll von solchen Hoffnungsspuren.
So beginnt der Advent mit einem Paukenschlag: mit dem Blick auf das Kommen Christi am jüngsten Tag (1. Adventsonntag). Damit ist - wie bei der Ouvertüre einer Oper - das Thema für das Ziel dieses Weges vorgegeben.
Dann geht es ins Detail: das Auftreten des Propheten, der mit der Verheißung auf die Zuverlässigkeit des Wortes Gottes Zukunft und Hoffnung verheißt (2. Adventsonntag).
Dann tritt mit Johannes dem Täufer ein Vorläufer auf, der auf den Messias hinweist. Das Heil, das von Gott kommt, ist nur möglich, wenn der Mensch bereit ist, anders zu werden, umzukehren (3. Adventsonntag).
Über alle Untreue der Menschen hinweg hat Gott seine Verheißung wahr gemacht. Sie erfüllt sich in Jesus, dem Sohn Davids. Gott braucht dazu keine äußeren Machtmittel, aber er braucht die Zustimmung der Jungfrau, die er dazu erwählt hat, die Mutter des Erlösers zu werden. Maria hört das Wort des Gottesboten und spricht das Ja der demütigen Magd des Herrn. (4. Adventsonntag).
Schließlich die Heilige Nacht mit der Botschaft von der Geburt im Stall, dem Ereignis, das die Welt auf den Kopf stellt. "Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt ...."
Die weiteren Feiern der Weihnacht umspielen im Detail diesese Hauptthema der Ankunft des Gottessohnes bei uns Menschen: die Begegnung mit dem Volk Israel, wenn das Kind beschnitten wird oder wenn der 12-jährige im Tempel mit den Schriftgelehrten diskutiert. Oder die Begegnung der Völker, wenn die Sterndeuter aus dem Osten "den neugeborenen König der Juden" finden und ihm huldigen. Aber auch die folgenden Sonntage feiern das öffentliche Auftreten Jesu und weisen in der Taufe am Jordan oder in der Hochzeit zu Kana auf diesen neuen Messias hin.
(Zusammengestellt nach einem Artikel von Eduard Nagel in: praxisgottesdienst 12/2009)
An Weihnachten erfüllt sich das Wort, das Gott schon im Alten Testament seinem Volk zugesagt hat. Er ist der "Ich bin da" und kommt in Jesus als Mensch zur Welt. Weihnachten ist so gesehen eine Wendezeit der Welt schlechthin. Denn in Bethlehem ist nicht irgendein Licht geboren worden, sondern das Licht der Welt. Gott bringt sich selbst ins Spiel unseres Lebens. Seine Treue lässt sich durch nichts beirren. An diese Lebensfreude erinnern die grünen Tannenzweige und Bäume, die wir zur Weihnacht in unsere Häuser holen und mit Lichtern und Christbaumschmuck verzieren.
