Advent - eine Annäherung

Heute
Advent kommt - wie immer - viel zu früh. Ich habe noch keinen Kopf dafür - geschweige denn Zeit!
Trotzdem - ich möchte nicht, dass diese geheimnisvollen Wochen ohne mich beginnen. Heute Abend stelle ich mich dem Advent ...
Vorbereitet oder eingekauft habe ich natürlich nichts, aber in der Küche treibe ich noch Teelichter auf. Dazu eine Tonschale und einen Zweig aus dem Vorgarten. Wacholder zwar, aber grün ist grün. Ein Licht im Grün, mehr brauche ich nicht für eine Ahnung. Einen Augenblick Ruhe, Erinnerungen, Sehnsucht. Irgendwo summt eine Melodie: "Macht hoch die Tür ..." Der Advent kann beginnen. Meinetwegen.
(Christian Gerfrid. In: Der andere Advent. Adventkalender 2009/2010. Andere Zeiten e.v.)

Alles reduziert und konzentriert sich
Jedes Jahr, wenn der erste Frost die Natur in einen silbrigen Glanz verwandelt und der erste Schnee alles zudeckt, dann scheint sich die Welt zurückzuziehen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Es scheint, als ob die Dinger karger treten und dadurch aber auch klarer hervortreten. Wie von selbst wendet sich alles Leben nach innen.
Und wenn die Tage dunkler und länger werden, desto wärmer und heller wird es in den Herzen der Menschen. Niemals im Jahr ist die Vorfreude und Erwartung auf ein Fest so groß wie im Advent. Die vielen Lichter, die angezündet werden, verzaubern das Dunkel der längsten Nacht. Und mit dem blühenden Barbarazweig, den grünen Zweigen des Adventkranzes und des Christbaumes zeigen wir, dass wir "auf den grünen Zweig" gekommen sind.

Auf dem Weg zur Verheißung
Advent - vom lateinischen "adventus" - bedeutet wörtlich: Ankunft. Gemeint ist damit einmal die Ankunft Gottes in dieser Welt, die Geburt Jesu Christi, des Sohnes Gottes. Aber auch die Erwartung der Wiederkehr des Gottessohnes, seine Ankunft am Ende der Zeiten, ist ein wichtiges Motiv des Advents.
Schon seit dem 5. Jahrundert feiern die Christen den Advent. Sie erinnern sich dabei daran, wie das Volk Israel Jahrhundertelang auf den Messias wartete, von dem es sich die Erfüllung all seiner Sehnsüchte versprach. Sie gehen schwanger mit der Geschichte eines kleinen Kindes und spüren an Weihnachten, dass der Mensch Jesu in ihrem eigenen Leben Hand und Fuß bekommen kann.

Wir wünschen Ihnen für diesen Weg viele gute "Sternstunden", das wache, aufmerksame Herz der Hirten und die Ausdauer der Dreikönige, damit sich in der Begegnung mit dem menschgewordenen Gott auch Ihr Leben verwandeln möge.