Endlich! Nun war es soweit! Tom freute sich sehr, dass nun Ferien waren und vor allem auch, weil er das erste Mal mit seiner Familie ans Meer fahren würde....

... „Ach das wird schön!“, rief er freudig am Tag vor seiner Abreise zu seinem allerbesten Freund Andreas.

Tom und seine Familie verbrachten wunderbare Tage in ihrem Urlaubshotel. Jeden Tag war er am Strand und spielte, schwamm im Meer, tauchte oder aß ein Eis. Eines Tages, als er ins Meer lief, trat er auf etwas hartes. „Autsch - tut das weh!“, rief er laut heraus. Als er sich bückte um zu schauen auf was er getreten war, sah er, dass es eine Muschel war. Aber das war nicht irgendeine Muschel, auch keine nur halbe Muschel - sondern eine wunderschöne, riesengroße und ganze weiße Muschel. Ihre Perlmutfarben glitzerten in der Sonne in den strahlensten Farben. Die feinen Rillen der Muschel taten in der Hand gar nicht mehr weh, sondern waren angenehm weich. „Was für eine wunderschöne Muschel,“ dachte Tom „die ist etwas ganz besonderes“. Tom setzte sich in den Sand und hielt die Muschel in der Hand. Plötzlich begann Tom sich an ganz viele wunderbare Dinge zu erinnern. Vor allem aber erinnerte sich Tom an seinen besten Freund Andreas. Wie viel Zeit hat er mit ihm verbracht, hat mit ihm gelacht, gespielt, so machen Scherz mit ihm gemacht und vor allem, er konnte mit Andreas über alles reden - Andreas war einfach sein bester Freund!

Da wurde Tom ganz traurig. Es fiel ihm nämlich ein, dass er am Tag vor seiner Abreise mit Andreas sehr gestritten hat. Es ging nur um so ein Spiel - ein gar nicht wichtiges. Aber Andreas fiel es aus der Hand und es war kaputt. Andreas hatte es ja auch nicht mit Absicht hinuntergeworfen, sondern es ist ihm in der Aufregung, weil doch Tom sich so auf das Meer freute, einfach aus der Hand gerutscht. Andreas tat es unendlich leid, aber Tom konnte ihm das einfach nicht verzeihen. Und in der Wut sagte er zu ihm, dass er ihn nicht mehr sehen wolle und er froh sei, dass er weit weg von ihm in den Urlaub fahren werde. Und dann lief Tom einfach weg.

Immer wenn Tom im Urlaub die Muschel in der Hand hielt, dachte er an die schönen Erlebnisse mit seinem Freund Andreas und dann wurde er wieder traurig - wegen dem Streit.

Die Muschel, die war etwas ganz besonderes, sie war so schön, und wenn man sie in der Hand hielt, wurden immer die schönsten Erinnerungen wach. Jeder beneidete Tom für seine Muschel. Als Tom vom Urlaub wieder zu Hause war, lief er gleich zu Andreas und er streckte ihm die Hand hin - mit der wunderschönen Muschel in der Hand: „Die möchte ich dir schenken,“ sagte er zu Andreas „weil diese Muschel etwas ganz besonderes ist - genauso besonders wie unsere Freundschaft!“
                                                              © Gaby von der Thannen