Rund um den 30. April - dem Tag der Arbeitslosen - sind Pfarren eingeladen, besonders die Problemsituation arbeitsloser Menschen in den Blick zu nehmen.
Die Arbeit und im Besonderen die Erwerbsarbeit haben in unserer Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Für viele hängt an der Arbeit die eigene Persönlichkeit und Identität, die soziale Integration und eine materielle Existenzsicherung. Die stark gestiegene Anzahl arbeitsloser Menschen in Österreich erreicht aktuelle Höchstwerte bei gleichzeitigem Rückgang an freien Arbeitsplätzen. Das schafft belastende Situationen für jeden einzelnen, besonders aber für längere Zeit arbeitslose Menschen und deren Familienangehörige.
Arbeitslos in Vorarlberg
Die Wirtschaftskrise treibt nach wie vor die Zahl der arbeitslosen Menschen Monat für Monat auf Höchstwerte. In Feldkirch hat die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum März 2009 am stärksten zugenommen: 3.149 Personen sind arbeitslos gemeldet. Vorarlbergweit sind es 10.738 Personen, die im März 2010 ohne Arbeit dastanden. Rechnet man die Zahl der in Umschulung befindlichen Personen dazu, ergibt dies eine deutliche Steigerung der Arbeitslosigkeit zum Vorjahr.
Herausforderung für die Pfarrgemeinde
Die individuellen Problemsituationen, die durch Arbeitslosigkeit entstehen, sind auch Herausforderungen für die Pfarrgemeinden, die pastorale Antworten erforderlich machen. Als Kirche können wir nicht Arbeitsplätze schaffen. Wir können aber seelsorglich, bewusstseinsbildend und gesellschaftspolitisch tätig werden. So kann das Sonntagsevangelium vom 5. Sonntag der Osterzeit (Johannes 13,31-33a,34-35) die Frage nach mehr Solidarität und mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt stellen. Das Gebot „Liebt einander“ beinhaltet auch den Auftrag zur Solidarität.
Im persönlichen Umgang erleben wir, dass arbeitslose Menschen nicht gerne auf die als Makel empfundene Situation angesprochen werden wollen. Hilfreich könnte für arbeitslose Menschen sein:
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von Seiten der Pfarre den Kontakt, das Gespräch zu suchen, zuzuhören, nachzufragen, Wertschätzung zu vermitteln und Hoffnung zu stärken
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sie mit entsprechender Sensibilität dort einzubinden oder zur Mitarbeit einzuladen, wo es passend ist, im Sinne von „da brauche ich dich konkret"
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Betriebe in der Pfarre einladen, ihre Stellen auch im Pfarramt bekannt zu geben oder falls bereits bekannt ist, auf Betriebe hinzuweisen, die Arbeitskräfte suchen
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anzubieten, in einem Betrieb nachzufragen, ob und wann Stellen frei sind
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Unterstützung und Begleitung bei Terminen bei Ämtern und Behörden anzubieten
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ein Gespräch zu führen ohne das Thema Arbeit / Arbeitslosigkeit anzusprechen
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den Kontakt zu Beratungsstellen oder Unterstützungseinrichtungen vor Ort zu vermitteln
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bei kirchlichen Formularen, die für verschiedene Aufgaben oder Vorgänge von der Pfarre ausgefüllt werden (z.B. für Patenamt, Trauungsprotokolle ...) könnte der zuletzt ausgeübte oder erlernte Beruf eingetragen werden
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oder finanzielle Beiträge (z.B. für Jungscharlager, Firmwochenende ...) könnten als Richtwert angegeben werden, so dass der Beitrag je nach finanziellen Möglichkeiten geleistet werden kann und so auch einkommensschwache Familien sich beteiligen können.
(entnommen aus: „Arbeitslosigkeit als Thema für die Kirche und für die Pastoral“ – Beitrag von Christian Winkler, Bischöfliche Arbeitslosenstiftung Linz)
Gestaltungsbausteine für Gottesdienste um den Tag der Arbeitslosen
So wie Arbeitslosigkeit zur Realität gehört, könnte auch in den Gottesdiensten (bei Fürbitten, in der Predigt, beim Gabengang ...) das Thema Arbeitslosigkeit und die Lage arbeitsloser Menschen angesprochen werden. Ebenso könnten Betroffene selbst zu Wort kommen und ihre Sorgen und Nöte, Bitten und Hoffnungen vor Gott zu bringen.
Von Seiten der bischöflichen Arbeitslosenstiftung gibt es zum Tag der Arbeitslosen Gestaltungsbausteine für die Gottesdienste um den 30. April. Unter dem Leitwort von „Liebe und Solidarität“ hat Christian Winkler den Grundgedanken der Solidarität aufgegriffen, der auch als Auftrag in der christlichen Soziallehre enthalten ist.
Weitere Bausteine, Ideen, Materialien und Informationen zum Thema „Arbeitslos“ finden Sie auf der Homepage der bischöflichen Arbeitslosenstiftung der Diözese Linz.
Jugend ohne Job - Veranstaltungstipp
Im Rahmen des Gesellschaftspolitischen Stammtisches am 3. Mai werden Ängste, Lebenswelten und Perspektiven von Jugendlichen in Zeiten der Wirtschaftskrise thematisiert. Mag. Bernhard Heinzelmaier, renommierter Jugendkulturforscher aus Wien wird dabei ein Impulsreferat zum Stellenwert von Erwerbstätigkeit in der Lebenswelt von Jugendlichen halten. An der anschließenden Podiumsdiskussion nehmen Kommerzialrat Egon Blum, Iris Tömel vom AMS und Jennifer Buhmann als Schülervertreterin teil.
Montag, 3. Mai 2010, 20.00 Uhr
Dornbirn, Kolpinghaus
Moderation: Roland Poiger
Eine Veranstaltung des EthikCenter im Pastoralamt.
(Bild: www.benno-kuppler.de)
Von Matthias Nägele veröffentlicht am 28.04.2010
Zugehörige Themen
Spiritualität | Liturgie | Arbeit und Menschsein | GottesdiensteVerwandte Termine
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Jugend ohne Job
03.05.2010
Links und Dateien
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Liebe und Solidarität - Gottesdienstbausteine zum Tag der Arbeitslosen am 30. April.
Microsoft Word Document, 105.0 kB

