Sr. Christa-Maria Günther, ehrenamtliche Wort-Gottes-Feier-Leiterin aus Friedrichshafen, schreibt in der aktuellen Ausgabe von "Gottesdienst" einen bemerkenswerten Artikel über die Würde und Bedeutung sonntäglicher Wort-Gottes-Feiern. Dabei sieht sie in der Not des Priestermangels die Chance, dass Gott in seinem Wort für uns und in unseren Gemeinden da sein will.

Die Entwicklung in vielen Diözesen Deutschlands gehen hin zu zentralen Eucharistiefeiern. Verbunden mit der Hoffnung, dass ein zentraler Gottesdienst von mehreren Pfarrgemeinden eine stärkere Anziehungskraft hat als ein nur schwach besuchter Gottesdienst einer kleinen Gemeinde.

Kirche lebt vor Ort

Sr. Christa-Maria Günther sieht darin gerade eine große Problematik. In einer Zeit, in der Mobilität groß geschrieben wird, werden Beheimatung und Nähe wichtig. Kirche lebt vor Ort und aus der Kraft von kleinen lebendigen Zellen. Für sie ist die Mobilität vieler Menschen bei Freizeitaktivitäten nicht mit der Forderung nach Zentralgottesdiensten vergleichbar. 5 oder 10 oder gar 20 Kilometer für eine Eucharistie auf sich zu nehmen ist für viele - besonders für ältere Menschen und auch solche, die aus Umweltschutz- und Energiespargründen vor Ort bleiben möchten - unzumutbar. Eine verlässliche Gottesdienstordnung in den Gemeinden und eine gute Gewohnheit ist für die Entscheidung, am Gottesdienst teilzunehmen, nicht zu unterschätzen.

 
Not oder Chance

Oft wird der Priestermangel als Ursache für die jetztige Situation genannt. Aber bei der Frage nach nichteucharistischen Gottesdiensten spielen andere Gründe mit, dass sich hier nur schwer eine bunte Vielfalt an Feierformen entwickeln können. Gilt in der Liturgie nicht auch das Postulat: "Die Gemeinde ist Trägerin der Seelsorge"? In der Entwicklung einer eucharistischen Monikultur und der Überbetonung auf geweihte Hauptamliche sieht Sr. Christa-Maria die Vielfalt im gottesdienstlichen Leben einer Gemeinde gefährdet. Für sie liegen in der "Sehnsucht nach der heiligen Eucharistie" und dem "einander und den Herrn nicht aus dem Auge Verlieren" (vgl. Geleitwort im Feierbuch "Wort-Gottes-Feiern. Werkbuch für die Sonn- und Festtage") die stärksten Argumente für die Wort-Gottes-Feier in der eigenen Pfarrgemeinde. So kann sich die Gemeinde als "Sakrament der Gegenwart des Herrn" erfahren und erlebt die "Kommunion mit demWort".

Lesen Sie den gesamten Arikel im Download "Einander und den Herrn nicht aus den Augen verlieren".

 
Mehr Fragen als Antworten

Vielleicht kennen Sie die Fragen, mit denen LeiterInnen von Wort-Gottes-Feiern konfrontiert werden.
?? Ist durch eine Wort-Gottes-Feier die Sonntagspflicht erfüllt??
?? Weshalb bekomme ich meine Kommunion heute nicht??
?? Gibt es nicht Pensionäre, die den Sonntagsgottesdienst als Eucharistiefeier übernehmen könnten??
??Weshalb soll ich als LeiterIn von Wort-Gottes-Feiern und KommunionhelferIn nicht die Hostien austeilen, die im Tabernakel sind??
??Wo ist heute eigentlich der Pfarrer??

Was sind Ihre Antworten darauf?

Von Matthias Nägele veröffentlicht am 23.09.2010

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