Beim Symposion 2010 der Liturgischen Kommission für Österreich wird die wichtige Aufgabe des kirchlichen Dienstes in den Blick genommen. Gerade auch aus Anlass der (umstrittenen) Neuausgabe des Feierbuches der "Kirchlichen Begräbnisfeier" will sich das Symposion den Fragen des Sterbens und des Todes, des Begräbnisses und der Begleitung der Trauernden stellen.
Trauernde trösten und Tote begraben, die Sorge um die Verstorbenen und die Begleitung der Hinterbliebenen gehört zu den wichtigen Aufgaben des kirchlichen Dienstes. Wir Christen leben aus dem Glauben, dass uns im Sterben das Leben nicht genommen, sondern gewandelt wird. Die christliche Begräbniskultur weiß sich seit jeher verpflichtet, im Beten und liturgischen Feiern einerseits die Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes anzuvertrauen und ihren Leib in Würde und Ehrfurcht zu bestatten, andererseits den Angehörigen und Freunden der Verstorbenen, also den Lebenden, Trost und Hoffnung zu schenken.
Die Einstellung zu Sterben und Tod und damit auch zu Begräbnis und zur Begleitung der Trauernden hast sich gewandelt. Viele, die heute an einer kirchlichen Begräbnisfeier teilnehmen, sind dem kirchlichen Leben entfremdet, einigen fehlt wohl gar der christlich-zentrale Glaube an die Auferstehung. Zunehmend werden außerhalb der Kirche(n) alternative Begräbnisdienste angeboten. Unter solcherlei veränderten Bedingungen ist die Kirche in ihrem pastoralen Dienst neu gefordert. Die christliche Begräbniskultur soll unter den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reflektiert werden, um das Spezifische des kirchlichen Begräbnisses in rechter Weise bewusst zu machen.
Referenten:
Dr. Thomas Klie, Professor für Praktische Theologie, Rohstock, zeigt im Eröffnungsreferat den Gestaltwandel in der Bestattungskultur der späten Moderne auf.
Dr. Gottfried Bachl, em. Professor für Dogmatik, Salzburg, spricht über den Himmel, über das, was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, über das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben (vgl. 2 Kor 1,9).
Dr. Johann Pock, Professor für Pastoraltheologie, Wien, bringt den pastoralen Dienst bei Sterben, Tod und Trauer und die damit verbundenen Herausforderungen zur Sprache.
Dr. Martin Klöckener, Professor für Liturgiewissenschaft, Fribourg, erörtert schließlich aktuelle Fragen aus der Liturgiewissenschaft zur kirchlichen Begräbnisfeier als wesentliches Element kirchlicher Trauerbegleitung.
Bei den abendlichen „Kamingesprächen“ wird darüber hinaus die Möglichkeit bestehen, Hauptaspekte des kirchlichen Dienstes in der Sterbebegleitung, bei der Feier des Begräbnisses und in der Trauerbegleitung zu besprechen.
Auch die liturgischen Feiern auf diesem Symposion werden auf das Gesamtthema abgestimmt sein: „Ich werde nicht sterben, sondern leben ...“ (Psalm 118,17)
Programmablauf
Montag, 11. Oktober 2010
10.00 Begrüßung und Eröffnung
11.00 „Der Tod und seine Kulissen“ – Univ. Prof. Dr. Thomas Klie, Rohstock
12.10 Mittagslob
14.30 Musikalischer Impuls
15.00 „Über dem Himmel“ – Univ. Prof. Dr. Gottfried Bachl, Salzburg
16.30 „Wie finde ich Trost?“ – Univ. Prof. Dr. Johann Pock, Wien
18.00 Abendlob
19.30 Kamingespräche (es stehen 6 Gruppen zur Auswahl).
Dienstag, 12. Oktober 2010:
7.30 Messfeier
9.15 „Das eine Rituale und die vielen Fragen“ – Univ- Prof. Dr. Martin Klöckener, Fribourg
10.45 Impulse aus den Kamingesprächen und Abschlussgespräch mit den Referenten
12.10 Mittagsgebet – anschließend Mittagessen
Teilnahme am Symposion ist frei.
Übernachtung und Mahlzeiten im Bildungshaus St. Virgil:
Einzelzimmer € 39,90
Doppelzimmer € 29,90
Mittagessen € 10,20
Abendessen € 8,20
Anmeldung bis Donnerstag, 23. September beim Österreichischen Institut in Salzburg (oeli@liturgie.at) oder bei Matthias Nägele (matthias.naegele@kath-kirche-vorarlberg.at).
Von Matthias Nägele veröffentlicht am 27.07.2010

