Nein, erfunden hat die katholische Kirche die Zensur nicht. Aber auch sie verbot mit großer Regelmäßigkeit Schriften zu lesen, zu produzieren oder – im Falle der Bibel – zu deuten. Die neue Ausstellung „#Zensur, Reformation und verbotene Bücher“ im Carl Lampert Archiv der Diözese Feldkirch ermöglicht von Juni bis Oktober eine Reise durch die Zeit. Mit und ohne Zensur.

Feldkirch (PDF) Zensur war und ist stets Teil der Gesellschaft und des Zusammenlebens. „Als allgemeingültige gesellschaftliche Erscheinung lässt sich Zensur von der Antike bis zur Gegenwart verfolgen. Sie stellt die Reformation, die Erfindung des Buchdrucks, die Gegenreformation, die Aufklärung oder die digitale Kommunikation unter einen großen Bogen der Geschichte“, erklären Mag. Eva Hesche und Mag. Michael Fliri vom Archiv der Diözese Feldkirch.

Zensur und das Reformationsjubiläum

Das Zeitalter des Buchdruckes und damit der Reformation war jene Epoche, in der die Zensur so richtig Fahrt aufnahm. Und damit passt die Ausstellung perfekt in das Programm des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation in Vorarlberg. „Die Ausstellung zeigt, wie durch alle Zeiten Andersdenkende unterdrückt und ihre Schriften zensuriert wurden“, betont die evangelische Pfarrerin von Feldkirch, Barbara Wedam, den Wert der Meinungs- und Gewissensfreiheit. Auch und vor allem heute.

Banner, Büsten und Bibeln

Rund ein Dutzend Banner und historische Exponate wie Lutherschriften oder eine Frontseite der Lutherbibel aus dem Jahr 1739 sowie eine Büste Martin Luthers, führen dabei durch die Geschichte. Bis in die Gegenwart, in der Begriffe wie Selbstzensur, digitale Welt, alternative Fakten, WikiLeaks und social media eine große Rolle spielen.

Eine Ausstellung von Archiv und Bibliothek der Diözese Feldkirch sowie der Evangelischen Pfarre Feldkirch zum Reformationsjahr 2017.

Ausstellungseröffnung „#Zensur, Reformation und verbotene Bücher“

Freitag 2. Juni 2017, 17 Uhr
Carl Lampert Archiv, Herrengasse 6, Feldkirch

Ausstellungsdauer: Juni, Juli, September, Oktober,
jeweils Donnerstag 16 bis 18 Uhr.

Führungen und Besuche auf Anfrage:
T +43 5522 3485-0 oder