Wir freuen uns schon aufs nächste Mal - das hieß es für die „Lange Nacht der Kirchen“ heuer nach 260 Veranstaltungen, 320 Stunden Programm und rund 28.000 Besucher/innen. Und das ist für Vorarlberg ein neuer Rekord auf der ganzen Linie.

Wer in Altenstadt den Kirchturm kletternderweise erklomm, in Dornbirn die Luther-Bibel selbst nachdruckte, bei der Kinderfahrzeugsegnung ganz plötzlich umringt war von Laufrädern, Rollern, und anderen Holz- und Plastikgefährten oder in Gurtis ganz biblisch speiste, der durfte sich nicht wundern, er war mitten in der „Langen Nacht der Kirchen“ gelandet.

Neue Höchstmarke

Heuer legten die Vorarlberger Pfarren dabei ein hochkarätiges Programm vor. 58 Kirchen – so viele wie noch nie – nahmen an dieser ökumenischen Nacht teil. Über 1000 Ehrenamtliche waren im Einsatz und stemmten das insgesamt 320 Stunden starke Programm. Ein Engagement, das sich auch gelohnt hat. Mit rund 28.000 Besucher/innen (von 18-24 Uhr) hat man nämlich auch hier die bisherige Höchstmarke erreicht.

Die Einladung angenommen

Woran das liegt? „Kirchen sind heute eine Gegenwelt zur Hektik des Alltag“, erklärt Projektleiter Dr. Markus Hofer. „In ihnen dürfen wir sein, ohne irgendetwas zu müssen“, das allein schon, so Hofer, sei ein spannender Blickwechsel, der anspreche. Das vielfältige und ungewöhnliche Programm trug natürlich seinen Teil zum Erfolg bei und machte die „Lange Nacht“ erst zu dem, was sie ist: eine unverkrampfte, unaufdringliche und äußerst fröhliche Einladung, einen Fuß in die Kirchen-Tür zu stellen.

Und das kam an. "Ich habe gedacht, da kommen vielleicht ein paar Leuten zu meiner Kirchenführung. Jetzt sind es über 50 und ich bin richtig nervös", hörte man da eine Frau, die sich ehrenamtlich bei der "Langen Nacht" engagierte. "Den Bibelkuchen haben die Kinder gebacken", erzählten die Damen am Buffet stolz. Er schmeckt geradezu himmlisch. Und sowieso Großes und Kleines gab es landauf - landab von Kirche zu Kirche unzähliges zu entdecken. 

Ökumenischer Auftakt

Diese Einladung zur "Langen Nacht" galt übrigens für alle Konfessionen, Kirchen, Gemeinschaften und Religionen. Denn schließlich wurde die „Lange Nacht der Kirchen“ als eine ökumenische Nacht begangen. Das machte schon das ökumenische Eröffnungsgebet im Feldkircher Dom klar, an dem die evangelische Pfarrerin Barbara Wedam, der serbisch-orthodoxe Pfarrer Nikola Balovic und Bischof Benno Elbs gemeinsam teilnahmen. 

Die „Lange Nacht der Kirchen“ fand heuer in den Regionen Bludenz, Bregenz, Bregenzerwald und Kleinwalsertal, Dornbirn und Feldkirch statt. Österreichweit zählt man dabei 650 Kirchen mit rund 3000 Veranstaltungen. Nach sechs Stunden Programm- und Entdeckertour hieß es aber (fast) überall: Bis zum nächsten Mal!