In den Tagen bis Weihnachten lesen Sie an dieser Stelle Geschichten und Ansichten von Menschen zum Advent, zur "stillen Zeit", zur Weihnacht schließlich. Besondere Geschichten, kleine Ereignisse, Gedanken. Miniaturerzählungen also, formuliert von Menschen, die nicht im Licht der Öffentlichkeit stehen. Mehr noch: Menschen, die von der Gesellschaft übersehen werden, Menschen an Schnittpunkten existenzieller Fragen. Oder auch Menschen, die an Weihnachten arbeiten werden. Wir werfen einen Blick in Welten, die zwischen Küachle und Glühweinromantik gerne ausgeklammert werden.

Der 9. Dezember gehört Frau Mayer aus Feldkirch, deren Mann vor ein paar Jahren schwer erkrankt ist und von ihr gepflegt und umsorgt wird.

Ein Familienfest und fertig

von Frau Mayer

Am 20. November waren es drei Jahre, dass mein Mann einen Aortaeinriss gehabt hat. Es war für ihn ein ganz großer Schmerz. Er ist mit dem Notarzt ins LKH Feldkirch gekommen, und dann gleich nach München, wo er immer wieder operiert wurde. Es ist immer auf Knopf und Spitz gestanden. Dann wurde er nach Innsbruck überstellt und lag dort auf der Intensivstation. Über Weihnachten ist er nach Hohenems gekommen, und später dann in die Valduna. Und von dort aus zur Reha nach Großgmain, dort hat er dann wieder gelernt ein paar Schritte zu gehen. Aber er war geistig sehr mitgenommen, weil er bei der Operation ein paar Hirninfarkte erlitten hat. Jetzt ist es viel besser gekommen, als wir je gehofft haben. Jetzt sind wir zufrieden, das es so ist, wie es ist.

Weihnachten bedeutet, dass alle zusammenkommen. Wie es halt ist. Ein Sohn ist in Buenos Aires, der wird heuer nicht kommen, aber der andere Sohn wohnt auch hier in Altenstadt, deswegen sind wir eigentlich hierher nach Altenstadt gezogen, und deswegen haben wir auch das Haus verkauft, damit wir in der Nähe des Sohnes wohnen. Wenn etwas ist am Abend, dass ich meinen Gatten nicht ins Bett bringe, dann kann ich ihn anrufen und er kommt und hilft. Das ist eben sehr gut.

Wenn Advent ist, dann zünden wir Kerzen an, aber die vier Kerzen für den Adventkranz, die haben wir nicht mehr. Wir haben auch keine Enkelkinder, die so klein sind. Sonst haben wir eigentlich nichts Besonderes im Advent, ja halt, dass ich Kekse backe.

Weihnachten, das ist einfach ein Familienfest und fertig. Wo alle zusammenkommen. Wir sind am Weihnachtsabend wie jedes Jahr bei meinem Sohn eingeladen, der schon Kinder hat. Dann wird da fein gegessen, Bescherung gemacht, gesungen und so Weihnachten gefeiert.

Von Wolfgang Ölz veröffentlicht am 09.12.2009

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