„Es ist geschehen – folglich kann es wieder geschehen“ - dieser Warnung des italienischen Schriftstellers und Holocaust-Überlebenden Primo Levi (1919-1987) folgend, ist es der Gedenkgruppe Bregenz (gemeinsam mit einer Reihe von Kooperationspartnern) wichtig, die Umstände aufzuzeigen, welche die systematische „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ in der Nazi-Zeit möglich machten. Die Vorträge von Primar Dr. Albert Lingg und Dr. Oliver Seifert beleuchten die damalige Situation und in der Folge auch die Stationen der Vorarlberger Opfer der „Aktion T4“.

NS-Euthanasie in Vorarlberg (Stationen der Opfer)

Stationen der Opfer: Valduna Rankweil – Hall in Tirol – Hartheim (OÖ) 
„Es ist geschehen – folglich kann es wieder geschehen“ - dieser Warnung des italienischen Schriftstellers und Holocaust-Überlebenden Primo Levi (1919-1987) folgend, ist es der Gedenkgruppe Bregenz (gemeinsam mit einer Reihe von Kooperationspartnern) wichtig, die Umstände aufzuzeigen, welche die systematische „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ in der Nazi-Zeit möglich machten. Die Vorträge von Primar Dr. Albert Lingg und Dr. Oliver Seifert beleuchten die damalige Situation und in der Folge auch die Stationen der Vorarlberger Opfer der „Aktion T4“.
Das menschenverachtenden Tötungsprogramm zur „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ stellte eine Vorstufe zum Holocaust dar, die mit dem „Führererlass“ von Oktober 1939 über die so genannte „Aktion T4“ in die Wege geleitet worden war. 
Dieser Erlass hatte auch für zahlreiche Patienten der „Gauanstalt Valduna“ verheerende Folgen. In mehreren Transporten wurden von Vorarlberg aus insgesamt 263 Frauen und Männer nach Hartheim und Niedernhart (Oberösterreich) deportiert und an diesen Orten ermordet. Weitere 228 Personen wurden 1941 nach Hall in Tirol transferiert; viele von diesen haben das Ende des 2. Weltkriegs nicht erlebt. Das Erinnern an die von der NS-Euthanasie betroffenen Menschen soll dazu beitragen, dass ihr Schicksal nicht in Vergessenheit gerät. 
Dr. Albert Lingg, langjähriger Primar und Chefarzt am heutigen LKH Rankweil, wird die Vorgänge in der „Gauanstalt Valduna“ und den Leidensweg der Patienten in der NS-Zeit beleuchten. Dr. Oliver Seifert, Leiter des Archivs im LKH Hall und forscht aktuell zur Verfolgungsgeschichte im Nationalsozialismus. Er wird wird besonders auf die Vorgänge in der seinerzeitigen Heil- und Pflegeanstalt Hall eingehen, wo man von 1941 bis 1945 auch für die psychiatrische Behandlung und Verwahrung von Menschen aus Vorarlberg zuständig gewesen war; ein großer Teil von Patienten aus der Valduna waren nach Hall i. t. gebracht worden.
Die Veranstaltung im Rahmen der „Carl Lampert Woche 2017“, findet am Mittwoch, 8. November (19 Uhr) im „vorarlberg museum“ Bregenz statt. 
Kooperationspartner: Gedenkgruppe Bregenz, vorarlberg museum, erinnern.at, Renner-Institut, J.-A.-Malin-Gesellschaft, ÖGB Vorarlberg, Grüne Bildungswerkstatt, Carl-Lampert-Forum, Jüdisches Museum Hohenems, Frauenmuseum Hittisau, Ökumenisches Bildungswerk Bregenz, Bund sozialdemokratischer Akademiker, Pax Christi Vorarlberg, Versöhnungsbund, Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie.

Kurzinfo:
NS-Euthanasie in Vorarlberg. Die Stationen der Opfer: Valduna-Hall i.T. - Hartheim, Niedernhart (OÖ). 
Referate von Dr. Albert Lingg und Dr. Oliver Seifert. 
Ort: vorarlberg museum, Bregenz  // Wann: Mittwoch, 08.11.2017, 19 Uhr