Am Freitag Vormittag hat Generalvikar Dr. Benno Elbs in Feldkirch gemeinsam mit Dr. Ruth Rüdisser vom Insitut für Sozialdienste und Krankenhaussseelsorger Dr. Peter Rädler über die Neuordnung der Ombudsstelle der Diözese sowie über die Gründung des Arbeitskreises "Prävention" informiert.

Ab sofort ist die "Beratungsstelle zum Schutz vor Gewalt und sexuellen Übergriffen" über zwei kostenlose Telefonnummern erreichbar. Eine Erstkontaktmöglichkeit (T 0800 / 84 80 84) führt in die Beratungsstelle des Institutes für Sozialdienste (ifs) in Bregenz. Die Leitung der ifs-Beratungsstelle obliegt Dr. Ruth Rüdisser. Über die zweite Telefonnummer (T 0800 / 84 80 08) können Betroffene Kontakt mit der weiterhin bestehenden diözesanen Ombudsstelle aufnehmen. Leiter der Ombudsstelle ist Dr. Peter Rädler.

Alle Informationen (Telefonnummern, Post-, Email- sowie Internetadressen) finden sich hier: "Beratungsstelle zum Schutz vor Gewalt und sexuellen Übergriffen"

"Missbrauchsopfer müssen gehört werden"

Ruth RüdisserGeneralvikar Benno Elbs dankte den beiden Stellenleitern.für ihren Einsatz. Für Dr. Ruth Rüdisser, ifs-Fachexpertin auf dem Gebiet des Kinder- und Opferschutzes, gilt oberste Priorität für Prävention und professionelle Beratung. Die Missbrauchsopfer müssten gehört werden. "Opfer von sexuellem Missbrauch – egal ob sie noch Kinder oder schon erwachsen sind, egal wie lange der Missbrauch bereits zurückliegt – haben ein Recht auf einfühlsame und gezielte professionelle Beratung", so Dr. Rüdisser. Es sei von besonderer Wichtigkeit, Opfer anzuhören, ernst zu nehmen und zu unterstützen. Genau so wichtig sei es, sexuellen Missbrauch in Zukunft nach Möglichkeit zu verhindern, indem spezielle Maßnahmen ergriffen werden. "Im Institut für Sozialdienste setzen wir auf professionelle Beratung und Prävention, denn der Schutz von Kindern hat oberste Priorität", betont Dr. Ruth Rüdisser.

Erweiterung der Beratungsstelle

Peter RädlerBislang war Dr. Peter Rädler Erstkontaktperson in der "Beratungsstelle zum Schutz vor Gewalt und sexuellen Übergriffen" der Diözese Feldkirch. Dies wird nun durch die Möglichkeit der Kontaktaufnahme über die ifs-Beratungsstelle in Bregenz erweitert und damit – sofern gewünscht – gänzlich aus dem "Kirchenkontext" gelöst als Möglichkeit für Betroffene geboten, sich an einen Menschen ihres Vertrauens zu wenden.

Für die Beibehaltung einer kirchlichen Erstkontaktstelle trägt der Umstand bei, dass es viele Menschen gibt, die sich, so Dr. Rädler, „explizit an einen Kirchenvertreter, beziehungsweise einen Priester wenden wollen. Die Beratungsstelle der Diözese ist eine Vertrauensstelle, bei der die Betroffenen selbst entscheiden, was mit den anvertrauten Informationen geschehen soll." Die Ausweitung der Kontaktadressen betrachtet Dr. Rädler als äußerst postiv: „Ich bin froh, dass Frau Dr. Rüdisser mit der ifs-Beratungsstelle Bregenz möglicherweise Schwellenängste eines Erstkontaktes noch weiter abbaut. Ihre fachliche Kompetenz schätze ich sehr.“

In der von Dr. Rädler geleiteten Beratungsstelle stehen darüber hinaus unabhängige Fachleute (eine Ärztin, ein Psychiater, ein Jurist und eine Psychotherapeutin) zur Verfügung, die Begleitung, Beratung und Unterstützung geben.

Arbeitskreis "Prävention" gegründet

Als weiteren wichtigen Schritt konnte Dr. Benno Elbs die Gründung des Arbeitskreise "Prävention" informieren. Am 15. April fand die erste Sitzung des Arbeitskreises zur Erarbeitung verbindlicher Richtlinien von Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen in der Katholischen Kirche Vorarlberg statt. Der renommierte Fachmann Universitätsprofessors Dr. Jörg Fegert aus Ulm hat seine fachlich-wissenschaftliche Begleitung zugesagt und bereits begonnen.

"Der Schutz der Kinder steht im Vordergrund", so Generalvikar Dr. Benno Elbs zum Zielpunkt des Arbeitskreises. "Gelingt der Schutz der Kinder in kirchlichen Institutionen, ist damit auch der Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben".

Der Schutz von Kindern könne nur gelingen, wenn dieser als gemeinsames Anliegen und in gemeinsamer Verantwortung gesehen werde. "Es braucht", so Dr. Elbs, "grundsätzlich eine Kultur der konstruktiven Einmischung und Auseinandersetzung".

Derzeitige Mitglieder des Arbeitskreises sind Dr. Ruth Rüdisser-Rall (ifs-Beratungsstellenleiterin), Dr. Annelies Kremmel-Bohle (Kinderschutzbeauftragte im Vorarlberger Kinderdorf), Luise Beiter (Familientherapeutin), Astrid Wolfgang (Leiterin der efz-Beratungsstellen), Mag. Monika Kawaus (Personalleiterin der Caritas), Silvia Nußbaumer (Mitarbeiterin der Katholischen Jugend und Jungschar) sowie Universitätsprofessor Dr. Jörg Fegert, Generalvikar Dr. Benno Elbs, Caritasdirektor Peter Klinger, Dekan Mag. Erich Baldauf und der Personalreferent im Pastoralamt, Mag. Thomas Berger-Holzknecht. Hinzu kommen VertreterInnen aus dem Schulbereich.

Mit Ergebnissen bzw. konkreten Richtlinien ist (aufbauend auf den Beschluss der Bischofskonferenz Mitte Juni) im Laufe des Jahres zu rechnen.

Von Dietmar Steinmair veröffentlicht am 16.04.2010

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