Zeit
Sonntag, 19.09.2010 20:00 bis 22:00
Ort
Pfarrkirche St. Jakob, Bludesch

Der "Verein Freunde der Bergöntzle-Orgel" lädt ein

Ausführende:

Domorganist Hans Leitner (München)
Bläserensemble Stella Brass
Bernhard Bär, Johannes Peer - Trompete
Christoph Ellensohn - Horn
Thomas Witwer - Posaune
Christian Lapitz - Tuba

Werke von:

Franz Xaver Murschhauser
Claudio Monteverdi
Jean-Francois Dandrieu
Mathew Locke
Franz Xaver Schnitzer
Leopold I von Habsburg
Joh. Seb. Bach
Gerold Amann

Domorganist – Domvikar Hans Leitner

Hans Leitner wurde 1961 in Traunstein geboren. Nach dem Abitur studierte er Katholische Theologie an der Ludwig – Maximilians – Universität München. Daneben studierte er auch Katholische Kirchenmusik und das Konzertfach Orgel an der Staatlichen Hochschule für  Musik München in der Klasse von Prof. Franz Lehndorfer. 1982-1989 war er ständiger Vertreter des Domorganisten im Münchner Liebfrauendom. 1988 gewann er den Rottenburger Improvisations-Wettbewerb.
1990, nach seiner Priesterweihe, wirkte er als Kaplan in München-Milbertshofen. 1992 wurde er als Domorganist und Domvikar an den Hohen Dom St. Stephan zu Passau berufen, wo er auch als Orgelsachverständiger der Diözese Passau wirkte. Seit Herbst 2003  ist Hans Leitner Domorganist und Domvikar am Dom Zu Unserer Lieben Frau in München.
An der Hochschule für Musik und Theater  München hat er seinen Lehrauftrag für Liturgik  und Kirchenmusikalische Praxis inne. Hans Leitner ist Herausgeber verschiedener Orgelwerke und Verfasser von Beiträgen zu musikgeschichtlichen, organologischen und theologischen Themen. Zahlreiche CD- und Fernsehaufnahmen sowie Kompositionen für Orgel und Chorsätze dokumentieren sein umfangreiches künstlerisches Schaffen.

Geschichte der Kirche und Orgel

Die Bludescher Pfarrkirche zum Hl. Jakob d. Ä. wurde 1650/51 von Michael Beer, dem Begründer der berühmten Bregenzerwälder Barockbauschule “Auer Zunft“ auf den Fundamenten eines gotischen Gotteshauses erbaut. Diese Kirche ist der erste bedeutende Sakralbau der Bregenzerwälder Barokbaumeister, die im Laufe des 17. und 18. Jhd,. in der Großregion Bodensee bis ins Elsaß hinein imposante Architektur geschaffen haben.

Bis um 1800 stand in dieser Kirche eine Orgel, von der man allerdings so gut wie gar keine Kenntnis hat. Der Elsässische Orgelmeister Joseph Bergönzle (auch unter Birgaentzle oder Bergenzel zu finden) floh in den Jahren der Napoleonischen Kriege nach Vorarlberg. Hier arbeitete er zunächst in Schlins, Au, Thüringen und Thüringerberg.

In die Zeit von 1802 bis 1804 fallen der Ausbau der alten, uns unbekannten Orgel und der Einbau der „Bergöntzle-Orgel“. Meister Bergöntzle brachte eine Orgel aus dem Raum Elsaß Lothringen auf dem Karrenweg nach Bludesch, die in den Wirren der französischen Revolution gerettet wurde und in der Bludescher Pfarrkirche eine neue Heimat finden sollte. Der eigentliche  Erbauer dieser Orgel ist unbekannt, ebeso ihr Alter. Man schätzt die Orgel heute auf etwa 250 Jahre. Die stilistischen Merkmale weisen auf die berühmte Silbermannschule hin.

Die Bludescher “Bergöntzel Orgel“ wurde nach dem 2. Weltkrieg mehrfach restauriert, zuletzt von Ferdinand Stemmer in den Jahren 1997 bis 1999. Er hat die Orgel in den Urzustand zurückgebaut. Weil die Bludescher Orgel einen sehr hohen Prozentsatz an Orginalsubstanz aufweist, ist sie ein exzellentes Beispiel für die barocke Orgelbaukunst des Raumes

 

Von Marianne Springer veröffentlicht am 02.09.2010

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Kirchenmusik