Die Glaubensweitergabe ist im Wandel. Längst nicht nur im Schulfach „Religion“, sondern gerade auch bei den Erwachsenen. Die Kirche setzt dabei auf verschiedene Konzepte. Eines davon sind die „Wege erwachsenen Glaubens“.
von Dietmar Steinmair
Die Weitergabe des Glaubens gehört seit den Urzeiten der Kirche zu ihren zentralen Fragen. In unseren Breiten geschah das in den letzten Jahrhunderten meist durch Katechismus- und Religionsunterricht für Kinder und Jugendliche, ergänzt durch Volksmissionen in den Gemeinden. Die katholische Sozialisierung tat ihr Übriges.
Neue Wege
Diese Sozialgestalt von Kirche gibt es heute nicht mehr. Vielen Erwachsenen ist der christliche Glaube - auch wenn sie selbst religiös erzogen worden sind - fremd geworden oder auch fremd geblieben. Genau hier will das Konzept „Wege erwachsenen Glaubens“ (WeG) greifen. WeG sind Glaubenskurse für Erwachsene, die in Deutschland und der Schweiz entwickelt und erprobt wurden. Die Kurse ermutigen Pfarrgemeinden, für Erwachsene Glaubensbildung und -vertiefung, meist in mehrteiligen Seminaren, anzubieten. „Die Teilnehmer der Seminare haben die Möglichkeit, Glaubenserfahrungen zu sammeln, Gemeinschaft mit anderen Christen zu erleben, Vorträge zu wesentlichen Glaubensthemen zu hören, gemeinsam zu essen, zu singen, zu beten und zu diskutieren“, weiß Maria Sutter, seit Oktober 2011 Projektleiterin für WeG im Bereich Glaubensbildung im Pastoralamt.
Die Themen sind vielfältig: Sie reichen vom „Alpha-Glauben-Kurs“ über Seminare zu den Sakramenten, den Zehn Geboten oder dem Vaterunser bis hin zu offenen Glaubensabenden und Besinnungstagen für pfarrliche Mitarbeiter/innen.
Maria Sutter
Ganzheit
Die Kurse suchen einen ganzheitlichen Zugang für Körper, Geist und Seele zum Glauben. Aufgrund der positiven Erfahrungen in Deutschland und der Schweiz hatte sich die Diözese Feldkirch vor ein paar Jahren entschieden, diese WeG-Kurse auch anzubieten. Seit 2007 wurden bereits 40 Kurse in Zusammenarbeit mit den Pfarreien organisiert. Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv: Pfarren, die einmal einen Kurs angeboten haben, bieten immer wieder Kurse an.
Glauben kommt vom Hören
Maria Sutter kann dies aus eigener Erfahrung bestätigen. Seit vielen Jahren ist sie in Thüringen pfarrlich engagiert, ihr Mann ist als Diakon dort tätig. „Ich selber durfte schon vier WeG-Kurse in unserer Pfarre oder Region erleben und ebenso bekam ich Einblick in verschiedene Kurse als Referentin“, erzählt sie.
Sich Zeit für Gott und für den Glauben zu nehmen, war für Maria Sutter ein persönlicher Gewinn. Den springenden Punkt sieht sie darin, dass die Referenten ihre persönlichen Erfahrungen mit Gott einbringen und so die Themen authentisch vermitteln. Sutter weiter: „Ebenso war es für mich wertvoll, durch gute Vorträge, etwa über die Bibel, mir meiner Würde, die ich von Gott her habe, neu bewusst zu werden. Der Humor kommt auch nicht zu kurz, denn es gab oft als Einleitung oder zum Thema Witze und tiefsinnige Geschichten.“
Informationen zu den „Wegen erwachsenen Glaubens“ bei Projektleiterin Maria Sutter
T 0664 2259133, Email zeitfuergott@kath-kirche-vorarlberg.at
Von Marianne Springer veröffentlicht am 02.02.2012

