Kinder finden sich durch die Scheidung ihrer Eltern oft in einer schwierigen Situation. Gigagampfa-Gruppen des efz bieten hier Unterstützung an. Für Kinder und Eltern.

Das Interview führte Petra Baur

Gigagampfa ist eine Wippe und besonders für Kinder ein spannendes Spielgerät. Seit zwei Jahrzehnten hilft das efz (Ehe- und Familienzentrum) unter dem Namen „Gigagampfa“ Kindern aus Trennungs- und Scheidungsfamilien wieder in Einklang mit sich und der neuen Situation zu gelangen. In Klein-Gruppen werden die Kinder gestärkt und professionell begleitet. Über 1.300 Betroffene haben in den vergangenen zwanzig Jahren die wertvolle Hilfe in Anspruch genommen. Auch mit den Eltern wird jetzt vermehrt gearbeitet, erklärt  Martina Höber DSA, Fachbereichsverantwortliche im KirchenBlatt Interview.

Martina HöberMartina Höber
ist dipl. Sozialarbeiterin und Bereichsleiterin
für Gigagampfa und Alleinerziehende im efz.

KirchenBlatt: Was ist aus Ihrer Sicht das Wichtigste, das Eltern, die sich trennen, in Hinblick auf die Kinder berücksichtigen sollten?
Martina Höber: Das Wichtigste ist, ihnen bewusst zu machen, dass sie als Paar getrennte Wege gehen werden, aber als Eltern für das Wohl ihrer Kinder nach wie vor gemeinsam zuständig sind. Gerade in der Trennungsphase benötigen die Kinder Zeit und Raum für ihre Gefühle und klare Informationen.

Hat sich der Bedarf an Hilfe in den letzten Jahren erhöht?
Höber: Ja, der Bedarf hat sich insofern erhöht, dass sich die Herausforderungen für Trennungs- und Scheidungsfamilien in der heutigen Zeit verschärft haben. Neben den psychodynamischen Themen nehmen die existentiellen einen großen Raum ein. Es kommt nicht von ungefähr, dass Alleinerziehende und deren Kinder armutsgefährdet sind, wie Studien der letzten Zeit leider immer wieder bestätigen. Diesem Druck sind die Kinder dann tagtäglich ausgesetzt.

Erhaltet ihr auch Rückmeldungen von den „kleinen Klienten“?
Höber: Die Evaluierung unserer Arbeit ist uns ein großes Anliegen. Neben den Eltern ist es uns wichtig auch die Kinder zu befragen. Neben den Fragebögen bekommen die Gruppenleiterinnen in den Gruppenstunden oftmals sehr berührende, positive Rückmeldungen: „Mein Papa hat jetzt viel mehr Zeit für mich!“ - „Ich habe jetzt nicht mehr so große Angst, dass meine Mama auf einmal auch nicht mehr da ist.“ - „Durch Gigagampfa traue ich mich zu sagen, dass es mich sehr traurig macht, wenn Mama den Papa so oft beschimpft - ich habe doch beide lieb.“

Gigagampfa-Gruppen

... sind für Kinder und Jugendliche von 4 bis 14 Jahren. Die Gruppen treffen sich in allen Bezirken des Landes 10-mal im Semester zu je 1,5 Stunden. Im Laufe der 10 Gruppentreffen finden drei Elterngespräche statt. Bei Bedarf (z.B. im Sommer) werden auch Einzelbegleitungen angeboten.

Kosten:
Für ein Kind € 182,-; für das 2. Kind € 73,-; für das 3. Kind € 37,-;
in dringenden Fällen ist eine Ermäßigung möglich.

Info und Anmeldung zur Herbstgruppe:

www.efz.at bzw. www.gigagampfa.at

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