P. Christoph Müller, Pfarrer von Blons, interviewt einen Jungschauspieler von 8 Jahren über seine Eindrücke beim Drehen des neuen Bilgerifilms.
Unter großem Publikumsinteresse fand kürzlich die Premiere von Reinhold Bilgeris Film „Der Atem des Himmels“ statt. Vor dem Hintergrund der Blonser Lawinenkatastrophe von 1954 erzählt der Film eine Liebesgeschichte, die mit starker Vorarlberger Beteiligung gedreht wurde.
Der Blonser Pfarrer P. Christoph sprach mit Jungschauspieler Adrian Erhart (8 Jahre) über seine Eindrücke:
Pfarrer: Guten Tag, Adrian. Danke, dass ich dir ein paar Fragen stellen kann. Als du von der Möglichkeit gehört hast, als Filmschauspieler zu wirken, wie hast du da reagiert?
Adrian: Ich habe sofort mitmachen wollen.
Pfarrer: Waren deine Eltern einverstanden?
Adrian: Ja, natürlich.
Pfarrer: Du wurdest dann zum Casting vorgeladen. Was musstest du da tun?
Adrian: Nichts. Sie wollten nur meinen Namen wissen und wo ich wohne. Und sie wollten mich anschauen. Ich trug einen Hirtenhut, eine Lederhose, 100 Jahre alte Kinderschuhe und eine Schulmappe von meinem Großonkel Hans.
Pfarrer: Sehr viele wollten im Film mitspielen, und dich haben sie ausgewählt. Freust du dich?
Adrian: Ja, sehr.
Pfarrer: Dass du aus Blons kommst, hat den Leuten vom Casting sicher gefallen. Meinst du, sie haben dich ausgewählt, weil du aus Blons kommst oder weil du ein guter Schauspieler bist?
Adrian: Weil ich ein guter Schauspieler bin.
Pfarrer: Du möchtest später Wissenschafter werden. Was meinst du damit genau?
Adrian: Ich möchte Archäologe werden, Mumien und Dinosaurier suchen und ausgraben.
Pfarrer: Und wenn es dich, weil du erfolgreich bist, doch in die Schauspielerei zieht, welche Rolle würdest du gerne spielen?
Adrian: Tom Turbo.
Pfarrer: Worum geht es eigentlich im Film?
Adrian: Es geht um die Lawinenkatastrophe von Blons.
Pfarrer: Was spielst du für eine Rolle?
Adrian: Ich bin ein Schüler in der Klasse.
Pfarrer: Das wirst du sicher gut machen. Aber gehst du, wenn kein Film gedreht wird, auch gerne zur Schule?
Adrian: Nein, eher nicht.
Pfarrer: Warum nicht?
Adrian: Es ist mir zu langweilig.
Pfarrer: Du verkleidest dich sehr gern, auch wenn kein Fasching ist. Als Pfarrer wäre ich sehr froh, wenn du einmal Ministrant wirst.
Adrian: Ja, vielleicht schon.
Pfarrer: Und Pfarrer? Der zieht sogar jeden Sonntag ein anderes „Häs“ an.
Adrian: Nein, Pfarrer will ich eigentlich nicht werden. Ich verkleide mich auch nicht mehr so oft wie früher im Kindergarten.
Pfarrer: Du bist ein Bewegungsmensch, bei dir läuft immer etwas. Ist es für dich nicht hart, in der Kirche ruhig zu sitzen?
Adrian: Nein, es geht.
Pfarrer: Was ich als Pfarrer in der Messe sage, ist für dich sicher schwer zu verstehen.
Adrian: Nein. Du redest von Jesus, die anderen singen sehr laut, und wenn das Vaterunser kommt, bete ich mit.
Pfarrer: Adrian, ich danke dir für dieses Interview und wünsche dir und allen Beteiligten viel Erfolg. Wir freuen uns alle, dich in einem Vorarlberger Film zu sehen!
(aus KirchenBlatt Nr. 35 vom 5. September 2010)
Von Marianne Springer veröffentlicht am 01.09.2010

