Von Susanne Türtscher, Bergbäuerin und Kräuterpädagogin
Quendel
Ein Vorbote des Sommers, der Wegränder zart lila säumt, ganze Wiesenhorste mit einem würzigen Duft durchflutet und in jeder Ritze seine Würzelchen schlägt, ist der Quendel. Er erweist sich als besonders hilfreich bei nervösen und schwer lernenden Kindern und ist ein altbewährtes Heilmittel bei hartnäckigem Husten und Halsschmerzen.
Dieser wilde heimische Thymian ist ein heiterer Pflanzengeselle mit einem kindlichen Wesen. Lebensfreude, Vitalität, Neugierde und Wärme strahlen von ihm aus!
Als Fronleichnamsblümchen wurde er in der Volksfrömmigkeit verehrt: Die in der Kirche gesegneten Kränzchen legten die Menschen bettlägrigen Kranken auf den Kopf. Quendel sollte ihnen neue Kraft schenken und als Kränzchen symbolisieren: „In dir gibt es einen Ort, der göttlich ist, zu dem die Krankheit keinen Zutritt hat.
So sehr du auch von deinem Leiden gezeichnet wirst, in deinem Innersten bist du heil und rund.“ Mit der Geste des Kranzauflegens soll der Kranke an seine königliche Würde und Herkunft erinnert werden.
Wie als Credo zu Fronleichnam: Hinter unserem physischen, vergänglichen Körper verbirgt sich ein unsichtbarer Leib, der nie sterben wird.
Susanne Türtscher
Bergbäuerin, Kräuterpädagogin
Mehr über Susanne Türtscher auf der Homepage www.alchemilla.at
(aus KirchenBlatt Nr. 22 vom 6. Juni 2010)
Von Marianne Springer veröffentlicht am 01.06.2010

