Integration von Konventionsflüchtlingen ist wichtig. Ohne den Einsatz zahlreicher Ehrenamtlicher könnte die Integrationsarbeit für Konventionsflüchtlinge (IKO) der Caritas diese Aufgabe nicht erfüllen. Ein Bericht von Elke Kager.
Aziza ist gerade zehn und der Sonnenschein von Familie Al Umer aus Tosters. Aziza möchte Lehrerin werden. Oder Ärztin. Der zwölfjährige Delovan sieht sich als Polizist und so paukt er mit Frau Kurz, einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Caritas, für die nächste Mathe-Schularbeit
„Es ist sehr wichtig, dass meine Kinder in der Schule gut mitlernen“, weiß Mama Amina um die Wichtigkeit der Bildung für das Leben ihrer Kinder in Österreich. Ihr Ältester, Mohamed, ist 14 und will Automechaniker werden und seufzt: „Die Mama ist nicht zufrieden damit, sie will, dass ich Architekt werde.“
Vater Shekmus kommt von der Nachmittagsschicht heim. Wenn Mutter Amina selbst nicht bei der Arbeit ist, sorgt sie sich um Haushalt und Kinder. Familie Al Umer hat es offensichtlich „geschafft“: Nach ihrer Flucht aus Syrien, wo sie auf Grund ihrer Wurzeln als syrische Kurden flüchten mussten, landet sie trotz eines anderen Zieles auf Grund unseres Rechtssystems in Österreich. Nach „Zwischenstationen“ in Flüchtlingslagern kam die Familie vor vier Jahren ins Caritas-Flüchtlingshaus Maria Rast nach Schruns. „Eine sehr schöne Zeit“, erinnern sich Amina und Shekmus gerne an das Montafon zurück. Dass gerade sie als erste Flüchtlingsfamilie in Maria Rast einen positiven Asylbescheid in Österreich und somit Anerkennung als Konventionsflüchtlinge bekamen, war für sie eine kleine Sensation.
„Wir haben viel Hilfe durch die Caritas bekommen, dafür sind wir sehr dankbar“, sagen Herr und Frau Al Umer. „Die Grundversorgung am Anfang, die Lernhilfe für die Kinder und der Integrationskurs“ haben ihnen eine neue Basis geschaffen. Die Sprachkenntnisse wurden erweitert und Amina und Shekmus lernten viel über Land und Leute, Politik und Kultur, wie auch über gesetzliche Rahmenbedingungen des Lebens in Vorarlberg.
Die Familie fühlt sich wohl im „Ländle“, wie sie unisono betonen. „Nur manchmal, wenn ich mich wieder gegen die Vorurteile, dass wir auf Kosten der Caritas leben, wehren muss, dann schäme ich mich vor den Leuten“, erzählt Mutter Amina nachdenklich von nicht so guten Erfahrungen. Seit geraumer Zeit schon bestreiten die Al Umers, wie die meisten Vorarlberger Familien, ihren Lebensunterhalt aus ihrer Erwerbstätigkeit aus eigener Kraft. Und darauf sind sie - mit Recht - stolz.
Zur Sache
- Nach oft jahrelangem Warten als Asylwerber/In gibt es die Anerkennung als Konventionsflüchtlinge bzw. Asylberechtigte. Damit sind fast alle Rechte und Pflichten eines österreichischen Staatsbürgers verbunden.
- IKO = Integrationsarbeit von Konventionsflüchtlingen der Caritas, hilft zu einem selbstständigen Leben in einer neuen Heimat unter dem Motto: „Von der Betreuung zur Befähigung“. Die Mitarbeiter/innen versuchen, die Konventionsflüchtlinge für den Arbeitsmarkt zu befähigen, wie für ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben in der neuen Heimat. Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen leisten hier wertvolle Dienste.
- IKO berät bei der Sicherung der materiellen Existenz, der Sprachkenntnisse, bei Wohnungs-, Arbeits-, Finanzfragen, informiert über rechtliche Rahmenbedingungen, Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten, Sozialversicherung, Politik, Kultur, Land und Leute, medizinische Versorgung.
IKO (Leiter: Rainer Schumacher) _T 055 22 / 200-1700 _E flmhiko@caritas.at
Von der Redaktion veröffentlicht am 10.06.2009

