Ein „Rankweil Village“ mitten in Indien, Regenwassertanks für Tansania oder Container, gefüllt mit Kleidung, PC´s, Schweißgeräten und Nähmaschinen, die sich auf die Reise nach Ostafrika begeben - was das alles gemeinsam hat? Das Engagement des Missionskreises Rankweil hat es ermöglicht.

Simone Rinner

Seit 40 Jahren gibt es ihn schon - den Missionskreis Rankweil. Ein Arbeitskreis der Pfarrgemeinde Rankweil, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, bei sozialen Projekten zu helfen. Was daran besonders ist? Die Mitglieder unterstützen nur Projekte, deren Verantwortliche eine direkte Beziehung zu Rankweil bzw. Vorarlberg haben.

Klein aber Oho
„Wir sind ein kleiner, aber sehr aktiver Kreis“, erklärt Annelies Abbrederis, ein langjähriges Mitglied des Missionskreises. Angesichts der ausführlichen Liste an Aktionen, die der Arbeitskreis in den letzten Jahren durchgeführt hat, glaubt man das nur zu gerne. Kooperationen mit Schulen oder Firmen reihen sich dabei an diverse Basare sowie an den traditionellen „Kartoffeltag“, der bereits zum achten Mal stattfindet.

Von der Kanzel zum Missionskreis
Begonnen hat alles im Jänner 1971 mit einer Predigt des damaligen Rankweiler Pfarrers Sepp Franz. Und da eine gute Idee bekanntlich Kreise zieht, stellten sich sofort etwa zehn Personen zur Verfügung und der Missionskreis war gegründet. Nach vierzigjährigem Bestehen ist von den Gründungsmitgliedern  zwar keines mehr dabei, von einem Mangel kann aber trotzdem nicht die Rede sein. Neben den neun Aktiven, kann der Kreis auf zahlreiche freiwillige Helfer/innen zählen, die ihm bei den verschiedenen Aktionen zur Seite stehen.

Ein Kreis für sechs Länder
„Mir sind arme Mitmenschen schon immer am Herzen gelegen, egal ob hier oder in Afrika“, erklärt Abbrederis, warum sie bereits seit 22 Jahren beim Missionskreis mitwirkt. Dank der Unterstützung von Schulen, Firmen, der Gemeinde Rankweil und vielen Privatpersonen kommt die Hilfe auch in anderen Ländern an. Das Wirkungsgebiet des Missionskreises erstreckt sich dabei von Tansania über Benin, Sibirien, Indien und die Philippinen bis hin zu Kambodscha. Spenden werden insbesondere für Lebensmittel, Bildung, Hilfe zur Selbsthilfe, Aufklärungsarbeit und im Gesundheitsbereich, aber auch für kleinere Soforthilfe-Projekte eingesetzt.

Eine Kartoffel mit Mehrwert
Die nächste Veranstaltung des Missionskreises findet am  1.Oktober im Vinomnasaal Rankweil statt. Der „Rankler Kartoffeltag“ ist seit langem Tradition und hat doppelten Nutzen: Zum einen kommt der Reinerlös zu 100% in den Projekten des Arbeitskreises an und zum anderen schmeckt eine „g´sottene Grundbiera“ einfach gut. Guten Appetit!

ZUR SACHE

Eine Dita für Menschen in Not

Mit Grabegabel und Spaten bewaffnet, trafen sich Ende August zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer auf dem Acker der Familie Keckeis in Brederis, um sich gemeinsam auf die Suche nach der Hauptzutat für den „Rankler Kartoffeltag“ zu machen - die „Dita“.

Vier Monate Wartezeit
Die festkochende Kartoffelsorte war bereits im April im Rahmen von „natuRankweil - Vielfalt erleben“ gesetzt und all die Monate gepflegt worden. Bereits zum vierten Mal führte die Marktgemeinde Rankweil, gemeinsam mit dem Naturschutzbund Vorarlberg, die Veranstaltungsreihe durch. Zwischen 50 und 80 Kilogramm des beliebten Knollengemüses hatte die Familie Keckeis für den guten Zweck an den Missionskreis Rankweil gespendet, der den Reinerlös des Kartoffeltages in Projekte für Menschen in Not steckt. Nach der erfolgreichen Ernte müssen die Kartoffeln noch sortiert werden, bevor sie am Samstag, dem 1. Oktober als „g’sottene Grundbiera" verspeist werden können.

Eine Tradition, die schmeckt
Der „Rankler Kartoffeltag“ ist bereits eine feste Tradition in der Gemeinde und erfreut sich jedes Jahr großer Beliebtheit. Zum siebten Kartoffeltag letztes Jahr erschienen über 500 Gäste - darunter auch  Bürgermeister Martin Summer sowie der Obmann des Missionskreises, Pfarrer Wilfried Blum - und genossen neben den heißen Kartoffeln mit Butter die schmackhaften Kräuteraufstriche und verschiedensten Käsesorten. Als besonderes Highlight beteiligt sich heuer der Obst- und Gartenbauverein Rankweil mit einer Obstausstellung und dem Ausschank von Kaffee und Kuchen am Kartoffeltag.

„Rankler Kartoffeltag“
Sa 1. Oktober, 11 bis 16 Uhr
Vinomnasaal Rankweil
www.pfarre-rankweil.at

(Aus KirchenBlatt Nr. 37 vom 18. September 2011)

Von Simon Felizeter veröffentlicht am 15.09.2011

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