Vom letzten Abendmahl bis zur Himmelfahrt Jesu spannen die Krippenbaumeister einen Bogen. Wir sollen dabei nicht bei der äußerlichen Betrachtung ihres Werkes stehen bleiben, sondern uns mit hineinnehmen lassen in das überlieferte Geschehen.

Bestaunt werden kann das Meisterwerk im Palais Liechtenstein in Feldkirch vom
3. bis 19. April (10 - 17 Uhr) - siehe Fotos rechts.
Ihren fixen Platz wird die Kirppe in der Kathedrale von Karaganda (Kasachstan) erhalten.

„Noch einmal wollten wir uns eine solche Arbeit wie mit der riesigen Weihnachtskrippe nicht antun. Aber Weihbischof Athanasius Schneider von Karaganda wiederholte seine Bitte um eine Fasten- und Osterkrippe für seine Kathedrale so lange, bis wir schließlich doch noch nachgegeben haben.“

„Unsere zögerliche Zustimmung muss man verstehen, denn für die Weihnachtskrippe waren wir zusammen über 1200 Stunden im Einsatz“, erläutert Armin Walser, der Sprecher des Krippenbauteams. Nachdem im Jänner das Projekt doch in Angriff genommen wurde, stellte sich auch bald wieder die Begeisterung und mit ihr die nötige Ausdauer für die Arbeit ein. Nach über 1250 Stunden ehrenamtlichen Einsatzes in 2,5 Monaten in der Tischlerei Türtscher in Batschuns kann sich das Team über das Ergebnis wahrlich freuen: Emil Bell, Edwin Türtscher, Franz Janzekovic, Martin Ellensohn, Heinrich Madlener, Walter Lang, Arthur Morscher, Karl und Armin Walser sowie Christine Türtscher haben erneut eine meisterliche Großkrippe geschaffen.

Neuland betreten. „Eine Fastenkrippe war für uns doch etwas ziemlich Neues“, so Armin Walser. Derartige Krippen sind bei den Mitgliedern des Landeskrippenverbandes kaum  ein Thema. Daher war zunächst ausgiebiges Forschen angesagt: „Wie hat eigentlich Jerusalem zur Zeit Jesu ausgeschaut und wie könnte man das umsetzen?“ Nachdem dazu reichlich Stoff gefunden wurde, ging es ans Werk: Aus einzelnen Szenen wie Abendmahl, Ölberg, Kreuzweg usw. sollte ein Gesamtkunstwerk entstehen. Viel dazu tragen die wunderschönen Figuren von Angela Trippi aus Palermo bei, die über die Hofburggalerie in  Brixen bezogen wurden. „125 sind es insgesamt, auf dem Golgothahügel sind es allein über 40 Figuren“, verrät Walser. Das Team lädt alle Krippenliebhaber ein, ihr Werk zu besichtigen: u im Palais Liechtenstein in Feldkirch vom 3. bis 19. April, jeweils von 10 bis 17 Uhr.

Brief des Generalvikars von Karaganda

Evangelisierung
Das große Geheimnis unserer Erlösung wird in der neuen Kathedrale auch dadurch sichtbar zum Ausdruck gebracht, dass in einer der Seitenkapellen der Krypta eine Leidenskrippe aufgestellt wird (wobei die letzte Szene die Himmelfahrt Christi ist), und zwar symmetrisch gegenüber der Weihnachtskrippe. Somit werden alle Geheimnisse Christi und unserer Erlösung anschaulich, schön und harmonisch zum Ausdruck gebracht, auch als eine sehr wirksame und unaufdringliche Form der Glaubensunterweisung für die vielen Besucher, vor allem auch für viele Nichtchristen und Moslems, welche dieses Gotteshaus durch das Jahr hindurch besuchen werden, eine Art Evangelisierung in Bildern und in der Krippenkunst. Es wird somit eine moderne Bibel der Armen; mit „Arme“ sind heute nicht die Leseunkundigen gemeint, sondern vor allem jene, welche nicht den rechten oder keinen Glauben haben.

Die Leidens- und Fastenkrippe wird wieder in mehr als 1000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden unter der Leitung von Herrn Armin Walser verwirklicht. Ich möchte hier Herrn Walser und seinen Helfern ein herzliches Vergelt´s Gott und meine Wertschätzung aussprechen für soviel Großmut, Selbstlosigkeit und Opfer. Es ist schön und tröstlich, dass es in unserer Zeit so viele gute und opferbereite Menschen gibt.
Bischof Athanasius Schneider

Infos zur Kathedrale von Karaganda: www.mutter-aller-nationen.at

(Aus dem Kirchenblatt 14/2009)

Von der Redaktion veröffentlicht am 02.04.2009

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