Impressionen von der KirchenBlatt-Lesereise durch Nordspanien - es berichtet Helga Schwärzler.

Vom 12.-19. September erlebten 27 KirchenBlatt-Leser/innen, begleitet von Pfarrer Eugen Giselbrecht, einen etwas „anderen“ Jakobsweg. Ein Reisebericht in Notizen und Bildern.

In Bilbao angekommen, waren gleich die „Jakobsmuschel“ und die gelben Pfeile als Wegweiser zu sehen. Nach dem Guggenheim-Museum Fahrt nach Roncesvalles, einem kleinen Ort, beherrscht von einem großen Klosterhospital, das schon im Mittelalter kranke, übermüdete Pilger aufnahm. Ein Abstecher nach Sangues, dann Pamplona - die zweite Nacht. Stadtrund-gang auf den Spuren der „Torres“ (Stiere), vorbei an Ernest Hemmingways Lieblingslokal.

Höhepunkte, einer nach dem anderen
Die Kirche Santa Maria de Eunate mitten in Kornfeldern – die jetzt im September abgeerntet sind. Burgos, die Kathedrale, mit ihren vielen Türm-chen, Spitzenornamenten, der druchbrochenen Kuppel. Der Arco de Santa Maria, das Standbild von El Cid. Die Kartause von Miraflores mit dem Grabmal der Eltern Isabella der Katholischen. Leon, auf den ersten Blick etwas eigenartig – hier ist der Fußabdruck eines römischen Soldaten verewigt. Das  Gehen in glühender Hitze in der baumlosen kastillischen Hochebene.
Astorga mit Antonini Gaudis Bischofspalast, den er nicht selbst fertigstellte. Eindrucksvoll die Sammlung vorwiegend romanischer Madonnen. Die Fahrt über den Rabanal-Pass, Ponferrada mit der „Templerburg“. Halt in O Cebreiro, früher auch mit einem kleinen Hospital versehen. Hier spürt man, ein Ort der Kraft. Vorbei an der Einsiedelei Manjarin nach Portomarin.
Und immer wieder die Jakobsmuschel und wandernde Pilger. Die meisten von ihnen werden wohl zu müde sein, um noch Kathedralen und Klöster genauer anzuschauen.

Die Reisebegleitung
Die allmorgendliche Besinnung im Bus schon auf der Fahrt aus dem Ländle nach München, wo Pfr. Eugen Giselbrecht mit dem Psalm des Guten Hirten begann.
In den folgenden Tagen die Texte über den Apostel Jakobus aus den Evangelien und der Apostelgeschichte. Wir erfahren, dass den Aposteln aufgetragen ist, möglichst gemeinsame Sache zu machen - Christ sein kann man nur gemeinsam. Wir erfahren vom ersten „Konzil“ der Apostel und der Aufsehen erregenden Rede des Jakobus, den sich zu Gott Bekehrenden „keine Lasten aufzubürden“. Sie könnte für die heutige Zeit konzipiert sein.
Dann: Renate Fichtner, die Reiseleiterin. Ausgestattet mit einem ungeheuren Wissen über Kultur, Baukunst, Geschichte, Religionsgeschichte, das sie - natürlich - nicht für sich behält. Dazu immer zur Stelle, wenn Hilfe nötig ist, etwa zur Bestellung von Tapas, Piementos, Croquetas, Ensaladas, Cana, Klara, Pulpos, Tarta del Apostol. Für die weniger Mobilen wird ein Taxi besorgt.

Dann das Ziel: Santiago de Compostela
Ein erster Gang zur Kathedrale. Auf dem großen Platz, dem Praza do Obradoiro sehen wir, wie die in Finisterre untergehende Sonne die Fenster der Türme der Kathedrale beleuchtet. Hier ist auch der Platz, auf dem sich Pilger auf den Boden legen und die ganz andere Perspektive der Basilika bestaunen.
Es ist Sonntag geworden, zeitig brechen wir auf: Führung um und in der Kathedrale, dann der Pilgergottesdienst. Nicht alle finden einen Sitzplatz. Aber die Atmosphäre trägt. Und unser Pfarrer Eugen ist bei den Zelebranten. Wir hören, dass Pilger aus „Austria“ begrüßt werden - wir sind dabei! Es macht nichts, dass nur spanisch gebetet und gesungen wird, wir beten und singen einfach deutsch mit. Es geht zu Herzen, mit welcher Eindringlichkeit der Friedensgruß ausgetauscht wird.
Am Nachmittag dann die Eucharistie für unsere Gruppe in der Kapelle der „Säulenmadonna“ der Kathedrale. Unsere Sehnsüchte, unser Dank sind gut aufgehoben. Da ist der gute Geist, der unter uns herrscht, richtig spürbar.

Gruppe_KiBl Reise Nordspanien

Dank und Staunen
Dann sind wir einfach am Ausatmen, lassen die Woche ausklingen. Schauen noch einmal beim Grab des Apostels vorbei, gehen ein bisschen einkaufen. Genießen, freuen uns am letzten Abend über den Dank von Frau Fichtner, dass ihr unsere Gemeinschaft sehr  zu Herzen ging. Ihr Trinkgeld gibt sie (zusammen mit einem Freundeskreis) an Projekte der Dritten Welt.
Unser Dank geht an Pfarrer Eugen Giselbrecht und an Frau Anneliese Nachbaur, die sehr rücksichtsvoll auf kleine und größere Beschwerden einging und uns an den Flughäfen gekonnt durch das Gewimmel lotste.
Eine wunderschöne, an Eindrücken reiche Reise ist zu Ende. Tage voll dankbaren Staunens.
Helga Schwärzler

 

Von Marianne Springer veröffentlicht am 12.10.2011

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