Eine große Festgemeinde, Angehörige, Vertreter/ innen des öffentlichen Lebens und viele Geistliche hatten sich am Samstag (18. Juli) in der Bregenzer Stadtpfarrkirche St. Gallus versammelt, als Sr. Renate Hämmerle (Dornbirn) und die beiden (auch leiblichen) Schwestern Claudia und Elisabeth Zudrell (Silbertal), im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes ihr „Bündnis jungfräulicher Liebe“ ablegten.

In der Predigt ging P. Dr. Gregor Maria Hanke OSB, Bischof von Eichstätt (Deutschland), auf die Symbolsprache des Rituals, wie auf die Bedeutung der Lebensentscheidung der drei jungen Frauen für das „Werk“, die „Familia Spiritualis Opus“ (FSO) ein, in dessen Gemeinschaft sie nun aufgenommen sind.

Den Bund der Taufe vertiefen. (...) drei Frauen, die das Leben vor sich haben. Sie stehen heute vor dem Altar, um das „Hl. Bündnis in jungfräulicher Liebe“ abzulegen und den weißen Chormantel der geistlichen Familie des „Werkes“ als Zeichen der Vertiefung des Taufbundes, sowie Schleier, Dornenkrone und Ring, Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft, in Empfang zu nehmen.

Bund mit Gottes LiebeProvokation und Antwort des Glaubens. Charismen, geistgewirkte Charismen, können von der Gesellschaft, können vom Mainstream als provokant empfunden werden. Aber die Intention des Geistes Gottes, der sie wirkt, ist niemals zu provozieren und zu verletzen, sondern zu heilen. Und so sind auch die von ihm gewirkten Charismen Heilsmittel und Heilswege Gottes für die Welt. Daher will der geistige Weg des „Werkes“, der aus dem Hören auf den Geist Gottes erwachsen ist, mit dieser Deutung der drei evangelischen Räte von Gehorsam, Armut und Jungfräulichkeit gleichfalls nicht provozieren, sondern auf die Phänomene, Fragen und Nöte der Zeit eine geeignete Antwort des Glaubens geben. Das „Hl. Bündnis in jungfräulicher Liebe“ ist also ein Heilmittel des Heiligen Geistes (...)  aber auch für die Kirche und für alle Gläubigen. Was ihr heute vollzieht, gehört nicht euch allein. Gott wirkt heilend durch euch indie Kirche hinein. (...) Leiblichkeit, Befähigung zur ganzheitlichen Liebe mit all seinen seelischen, körperlichen und emotionalen Kräften, hat ein anderes Ziel als Genuss und sich auszuleben. Durch ihren prophetischen Schritt gleichen Sie, liebe Schwestern, Restauratorinnen, die vielleicht einem verdunkelten und nicht mehr gut erkennbaren Bild Konturen zurückgeben, die ursprünglichen Farben erneuern und wieder zum Leuchten bringen.

Wachsen in Gottes Liebe. Es geht um ein Wachstum in der Liebe, in eurem Leben und in der Kirche. Berufung in der Kirche ist nie Berufung in eine Funktion, sondern der Ruf zu einem Du. Berufung ist immer Ruf, in Beziehung zu treten, in Beziehung zur Liebe Gottes. Berufung zu den evangelischen Räten ist also der Weg des Wachsens in der Liebe. Der Weg beginnt natürlich mit einem „weniger“, damit „mehr“ von Seiner Liebe in mich gelegt werden kann. Derjenige, der mehr ist als alles in der Welt, soll mehr Platz finden in mir.

Die Predigt von Bishof P. Dr. Gregor M. Hanke OSB vollinhaltlich als PDF zum Download.

(Artikel aus dem KirchenBlatt Nr.30 vom 26. Juli 2009)

Von Benedikt Lang veröffentlicht am 22.07.2009

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