Ein Wort zum inneren Vollzug der Hl. Eucharistie von Bischof Dr. Elmar Fischer
Der innere, persönliche Vollzug der Eucharistiefeier ist wahrhaft Quelle und Höhepunkt im Glaubensleben von Getauften und Gefirmten. Glaubenszugehörigkeit und die Ausrichtung des Lebens an Jesu Weisung und Beispiel sind für den fruchtbaren Vollzug ebenso unverzichtbar, wie - bei schwerer Sünde - der Empfang des Bußsakramentes.
Die innere Anteilnahme (participatio actuosa) öffnet meine Aufmerksamkeit für das Geschehen der Feier. Ich bitte Gott im „Herr erbarme dich“ um Vergebung der Sünden, dass er mir von seinem Geist schenke. In Lesung und Evangelium höre ich auf die Botschaft Gottes und nehme sie mit dem Herzen auf. Während Brot und Wein als sichtbare Zeichen bereitet werden, bemühe ich mich, meine persönliche Gabe für das Opfer zu finden: Was soll in meinem Leben umgesetzt werden?
Wandlung als Zentrum der Feier wird in mir real, wenn ich mich durch die Botschaft Jesu verändern lasse, wenn ich mich zur Gabe für Christus mache. So ‘gewandelt’ vereinige ich mich tiefer mit Christus, die Gemeinschaft – Communio – mit Ihm wird inniger. Im Empfang der Kommunion kommt das zum Ausdruck. Was in dieser Weise in meiner Seele vollzogen ist, wird mir und anderen durch den Segen des Priesters als Wohltat Gottes erfahrbar.
Jesus Christus hat uns den Auftrag gegeben, lieben zu lernen wie Er geliebt hat (Joh 15, 12; Mt 22, 35f.). Der innere Vollzug der Hl. Eucharistie ist immer wieder ein Impuls, ein Anstoß, eine Hilfe, unsere Liebe zu Gott und den Nächsten so zu entfalten, dass sie Quelle, Ziel und Höhepunkt unseres Menschseins im Für- und Miteinander wird.
Von der Redaktion veröffentlicht am 10.06.2009

