Am Valentinstag erinnert die Kirche an den Patron der Liebenden - vier Vorarlberger Persönlichkeiten erzählen, was ihnen der Valentinstag bedeutet.

„Alles beginnt mit der Sehnsucht”, sagt die Dichterin Nelly Sachs. Und sie fährt fort: „Immer ist im Herzen Raum für mehr, für Schöneres, für Größeres.” Der hl. Valentin hat mit seinen Blumen dieser Sehnsucht Raum gegeben.

Was bedeutet Ihnen der Valentinstag?

Sophie Veßel Sophie Veßel, FIAN Wien:

Am Valentinstag setze ich ein Zeichen für die Frauen, die in Ländern des Südens Blumen für Europa produzieren. Ich frage bei meiner Floristin nach Blumen des „Flower Label Program“ oder von Fairtrade. Denn diese versichern, dass die Blumenarbeiterinnen unter guten Bedingungen arbeiten und einen würdigen Lohn  erhalten und dass die Umwelt nicht mit hoch giftigen Pestiziden belastet wird.

Alfons Meindl, Hard Alfons Meindl, Pfarre Hard:

Die Liebe muss täglich ein Ungeheuer bekämpfen, das sich Alltag nennt. Da kommt mir Valentin gerade recht, um meiner Frau wieder einmal zu zeigen, dass ich sie liebe. Vieles können wir durch gemeinsames Bemühen erschaffen, aber nicht alles, vieles ist auch Geschenk. So besuchen wir jedes Jahr die Segensfeier in unserer Pfarre, um wieder um den Segen Gottes zu bitten.

Abbrederis Franz, Rankweil Franz Abbrederis, Ifs-Vorarlberg:

Ich weiß, es braucht im Laufe des Jahres Tage der Freude. Ich sträube mich jedoch gegen kommerzielle Geschenkstage. Lieber schenke ich meiner Frau spontan Blumen. Am 14. Februar sind Blumen Routine, an anderen Tagen ist es eine freudige Überraschung. Aber als toleranter Mensch denke ich, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss, auch hier. Trotzdem: einen schönen Valentinstag!

Eva Fitz Eva Fitz, Kirchenfrauenkabarett:

In London habe ich erlebt, welchen Kultstatus dort für viele der Valentinstag hatte. Irgendwann ist dieser Brauch dann auch bei uns aufgetaucht. Ich freue mich immer über die Blumen, die mein Mann recht häufig mitbringt, also brauche ich den 14. 2. nicht. Aber vielleicht ist dieser Tag eine Erinnerungshilfe für manche (Männer) nach dem Motto: „Könnte ich auch wieder einmal tun!“

Der hl. Valentin

Nach der Legende soll er ein armer Priester gewesen sein. Seine Leidenschaft galt den zarten Blumen in seinem Vorgarten. Gleichsam nebenbei, über den Gartenzaun hinweg, habe er die Menschen angesprochen, hellhörig für ihre Sorgen und Nöte.
Keinen ließ er ziehen, ohne ihm eine Blume mitzugeben: den Liebenden, weil ihre Freude so ansteckend wirkte, den Traurigen, weil sie Trost bitter nötig hatten. Nach seinem Tod entstand über seinem Grab eine Basilika, wo sich noch heute an seinem Festtag die Liebenden versammeln, um das „Fest des Versprechens” zu feiern.

Die Sehnsucht und das Versprechen rufen uns hinaus in das Größere und Schönere, und es ist die Kirche, die diesen Aufbruch Raum gibt und ihn mit Zeichen begleitet. Damals wurde im Alten Rom im Februar das „Fest der Wölfin” begangen, an welchem die Geschlechtsreife der jungen Mädchen gefeiert wurde. In christlicher Zeit trat der hl. Valentin an die Stelle der Wölfin und so wurde er zum Patron der Liebenden. Dabei hätte sich Valentin genausogut als Patron der Priester angeboten, stehend im Vorgarten, den Menschen ein Ohr und eine Blume schenkend, so die Menschenfreundlichkeit Gottes predigend.  
Klaus Gasperi

(aus Kirchenblatt Nr. 6 vom 14. Februar)

 

Von Marianne Springer veröffentlicht am 10.02.2010

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