Die Feier der Erstkommunion ist für die ganze Familie ein besonderes Ereignis. Andrea Löschner und Jürgen Hartmann erzählen von ihren Erfahrungen als Eltern.

Das Gespräch führte Patricia Begle

In ein paar Wochen feiert Ihr jüngster Sohn Erstkommunion. Worauf freuen Sie sich denn besonders?
Wir als Mama und Däta freuen uns auf das Fest in der Kirche, das mit den Kindern immer etwas ganz Besonderes ist. Es ist unsere letzte Erstkommunion, zumindest bis zu den Enkeln. Aber auch auf die einkehrende Ruhe nach all der Aufregung freuen wir uns. 

Die Erstkommunion von Luis ist bereits die vierte, die Sie mitbegleiten. Was ist anders?
Alle vier haben sich darauf gefreut, dieses Ritual endlich mitfeiern zu dürfen, endlich auch eine Hostie zu bekommen und damit zu den Großen zu gehören. Da Luis drei größere Geschwister hat, denen er natürlich nacheifert, erlebt er das Ganze nicht mehr auf so kindliche Art und mit dieser Offenheit, wie z.B. die Älteste. Erstkommunion ist nämlich nicht „cool“.

Religiöse Erziehung ist eine große Aufgabe. Was ist Ihnen dabei wichtig?
Wo fängt religiöse Erziehung an? Uns ist es wichtig, dass unsere Kinder lernen, mit ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt achtsam umzugehen, zu verstehen, dass jeder Einzelne aufgefordert ist, nach seinen Möglichkeiten nachhaltig zu handeln. Aufmerksam zu sein für das, was der Andere nicht mag. Wir versuchen, unseren Kindern zu zeigen, dass sie gut sind wie sie sind, auch wenn das Verhalten manchmal zu Streitereien führt. Beim Jüngsten gehört das Dazuliegen am Abend dazu, das Gebet und Gespräch - dort ist er dann ganz Kind und muss nicht mehr „cool“ sein.

Welche Rolle spielt dabei der Glaube?
„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wenn wir auch der Kirche als Institution kritisch gegenüberstehen, ist uns die Botschaft Jesu wichtig, wir möchten sie ins Leben tragen. Ohne den Gottesglauben würde uns die Kraft für vieles fehlen. Er ist immer dabei, wir wüssten nicht, wie tun ohne ihn.

In Ihrem Wohnzimmer steht ein großer Tisch. Was hat er für eine Bedeutung?
Der Küchentisch ist unser Lebensmittelpunkt. Hier sitzen wir gemeinsam, hier sind wir Familie in allen Lebenslagen. Ob essen, Hausübungen erledigen, jassen, bügeln, diskutieren, lesen, streiten und ausdiskutieren, hier findet alles statt. Oft stellen wir fest, dass wir eigentlich nur eine Küche hätten bauen müssen, weil sich hier alles abspielt.

Welche Anti-Stress-Tipps würden Sie geben?
Wir raten, keinen Perfektionsanspruch zu haben. Wenn der Kuchen zu braun gerät oder ein Fleck das Festtagskleid verunziert, dann ist das nicht so tragisch. Auch gibt es Dinge, die eine Oma oder ein Göti erledigen können: backen, etwas abholen oder ähnliches. Delegieren heißt hier das Zauberwort.