Sonja Burtscher und Iris Asam erzählen über ihre positiven Erfahrungen als Bildungswerkleiterinnen in Raggal. Das Gespräch führte Wolfgang Ölz.
Im Frühjahr startet ein neuer Kurs für Bildungswerkleiter/innen. Das KirchenBlatt sprach mit Sonja Burtscher und Iris Asam aus Raggal, denen das Organisieren, Veranstalten und Promoten von Bildungsveranstaltungen ein inneres Bedürfnis ist und viel Freude bringt.
Sonja Burtscher wohnt am Ortseingang von Raggal im Großen Walsertal, und an diesem Vormittag leuchtet am Talausgang der Säntis. Im Tal gegenüber sieht man die Propstei St. Gerold im Sonnenlicht. Zum Gespräch nehme ich in einer gastfreundlichen Küche Platz, und Frau Burtscher und Frau Asam erzählen über ihre Erfahrungen. “Wem es in Raggal zu langweilig ist”, so ist Frau Burtscher überzeugt, “der muss selbst etwas machen”. Und so hat sie über viele Jahre hinweg immer wieder Vorträge in Raggal veranstaltet. Die Liebe zum Glauben hat sie stets dazu gebracht, mit Freude etwas Neues zu versuchen.
Neue Ideen, gutes Klima.
Die sogenannten „Regionenbörsen” waren eine Erfindung des damaligen Bildungswerkleiters Markus Hofer. Diese Börsen der Region Großes Walsertal gibt es heute noch und sie empfindet sie als “sehr erfrischend”. Auch die KBW-Jahreshauptversammlungen bewegen viel, da jede und jeder Bildungswerkleiter/innen erfahren kann, was die anderen so machen. Auch Hans Rapp, der jetzige Leiter des Katholischen Bildungswerks Vorarlberg, habe mit vielen neuen Ideen ein gutes Klima geschaffen. So hat sich das Bildungswerk jenen fixen Platz in der Vorarlberger Bildungslandschaft erarbeitet, den es heute hat. Auch die technische Hilfe für Ehrenamtliche aus der Zentrale des Katholischen Bildungswerkes sei sehr gut.
Gute Bildungsarbeit fürs Dorf.
Zentral für einen Bildungswerkleiter ist die Themenfindung und die Auswahl der Referenten. Sonja Burtscher besucht viele Vorträge, und wenn sie bei einer Veranstaltung spürt, dass das etwas für ihr Dorf wäre, dann lässt sie sich die vorgetragenen Inhalte noch einmal durch den Kopf gehen und nimmt dann mit den Referenten/innen Kontakt auf. Auch die Programme des Bildungswerkes, die im “memo”, der Zeitschrift für die Mitarbeiter/innen im Katholischen Bildungswerk Vorarlberg, angeboten werden, regen sie zur Auswahl an.
Ein Highlight ihrer Tätigkeit als Bildungswerkleiterin sind die sogenannten “Frühstücke”, die sie seit zehn Jahren im Gasthaus Wallis durchführt. Seit 1999 treffen sich jeweils 30 Frauen zu einem gemeinsamen Frühstück mit anschließendem Vortrag. Referentinnen waren beispielsweise Hildegund Engstler zum Thema “Ritual” oder Eva Corn zu den “Rauhnächten”. Klassische Vorträge gibt es v. a. zu Pädagogik, Gesundheit, Ernährung und Garten. Auch religiöse Themen sind Frau Burtscher sehr wichtig. Aus einem selbstbewussten Christentum heraus bietet sie diese an.
Hilfsbereitschaft ist groß.
Die Situation in einem kleinen Bergdorf, ist auch für ein katholisches Bildungswerk eine besondere. Deswegen zieht es Sonja Burtscher auch immer wieder hinaus. Sie ist gerne “draußen” und holt sich dort Inspirationen und neue Ideen. Vieles von all dem Schönen, das sie erlebt, möchte sie an ihre unmittelbare, dörfliche Umgebung weitergeben.
Auch Iris Asam schätzt das Dorf, wo “jeder jeden kennt”. Bei einem Vortrag, den sie organisiert, kennt sie fast alle, die kommen. Auch die Hilfsbereitschaft im Dorf sei sehr groß. Wenn sie einen Vortrag macht, braucht sie nicht lange, um jemanden zu finden, der die Kassa oder das Bestuhlen des Saals übernimmt. Dabei ist der kulturelle Input für das Dorf von nicht zu unterschätzendem Wert.
Wolfgang Ölz
(aus KirchenBlatt Nr. 4 vom 31. Jänner 2010)
Von Marianne Springer veröffentlicht am 27.01.2010
Zugehörige Themen
ErwachsenenbildungLinks und Dateien
-
Bildung begleiten - Einführung und Begleitung von KBW-LeiterInnen
PDF document, 1.5 MB

