Gedenkweg. Widerstand und Verfolgung 1938-1945 in Bregenz
Gedenken begehen
Im Stadtgebiet von Bregenz erinnern eine Reihe von 'Gedächtnisorten' (Pierre Nora), wie Gedenktafeln, Straßenbezeichnungen etc., an jene Frauen und Männer, die in den dunklen Jahren der faschistischen Gewaltherrschaft auf ihre ganz persönliche Art und Weise Zeichen im Sinne des Geistes der Bergpredigt gesetzt haben. Der Gedenkweg, von der katholischen Ökumenekommission als Projekt im Rahmen des Bodenseekirchentags initiiert und gemeinsam mit der Stadt Bregenz realisiert, beruht auf diesen 'Gedächtnisorten', die intensive Bezugspunkte für die Identität einer Stadt oder Region darstellen. Ein Gemeinwesen formuliert über solche 'Zeichensetzungen' sein Selbstverständnis, zeigt, wie es Vergangenheit interpretiert und Geschichte an nachkommende Generationen weitergeben will.
Nach Hugo Lunardon, Karoline Redler, Anton Renz, Samuel Spindler, Maria Stromberger, Ernst Volkmann sind Straßen benannt worden, das Gestapo-Hauptquartier in der Römerstraße und das Gefangenenhaus in der Bregenzer Oberstadt sind besonders gekennzeichnet worden.
Entstehung
Anlass zur Errichtung dieses Gedenkweges ist der Bodenseekirchentag 2002 (20. bis 23.06.) in Bregenz/Vorarlberg stattfand. Christinnen und Christen der verschiedensten Konfessionen aus dem ganzen Bodenseeraum kommen zusammen. Der Bodenseekirchentag steht traditionellerweise unter einem biblischen Leitspruch. In Bregenz 2002 ist es Vers 9 aus dem 5. Kapitel des Matthäusevangeliums, jene Stelle der Bergpredigt, wo es heißt: "Wohl denen, die keine Gewalt anwenden, denn ihnen wird die Erde gehören."
"Dieser Gedenkweg lädt ein, uns zu erinnern und uns gegenseitig zu
ermutigen.
Wir gehen den Weg der Erinnerung, wir gehen ihn, im Gedenken
an Menschen, die hier in Bregenz gelebt haben und Opfer des NS-Regimes
geworden sind. Und wir sagen klar und bewußt 'Nein' zu allen
Entwicklungen, die die Würde des Menschen missachten oder irgend einem
Menschen das Recht auf Leben
absprechen. Wir gehen den Weg aber auch mit dem entschlossenen Vorsatz
für die Zukunft: Wir wollen 'JA' sagen zur Gewaltlosigkeit in allen
Bereichen des Lebens. Die Gewaltlosen preist Jesus selig und verheißt: '...ihnen wird die Erde gehören', ihnen wird die Zukunft gehören." (aus dem Geleitwort von Pfarrer Wolfgang
Olschbaur und Pfarrer Anton Bereuter, Broschüre zum Gedenkweg Bregenz)
"Lernorte der Menschlichkeit"
Für ein befreites Leben in der Gegenwart, das mehr sein will als die Wiederholung der Geschichte, ist ein angemessenes Verständnis der Vergangenheit unerlässlich. Die alltäglichen Orte des Gedenkwegs können mit ihren Geschichten, die sie erzählen, zu Lernorten für mehr Menschlichkeit in der Gegenwart werden.
Das Katholische Bildungswerk Vorarlberg vermittelt Führungen für Schulklassen und interessierte Gruppen durch den Bregenzer Gedenkweg: Mennel, Elisabeth
Eine Schulklasse des BG Dornbirn (7b, Schuljahr 2008/09) berichtet über ihre Eindrücke: Ein Bregenz des Todes und des TerrorsNähere Informationen zu den Persönlichkeiten und Orten des Bregenzer Gedenkweges finden Sie hier:
- Broschüre Gedenkweg Bregenz
- Broschüre Ernst Volkmann
- Broschüre Samuel Spindler
- Broschüre Maria Stromberger
- Materialien für Schule und Pastoral
Von Karin Bitschnau veröffentlicht am 11.09.2009
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Links und Dateien
- Broschüre Gedenkweg Bregenz
- PDF document, 1.7 MB, 02.09.2009
- Gedenkweg Bregenz: Buchungsinfos
- Microsoft Word Document, 83.5 kB, 02.09.2009
