In weiteren Referaten lernten die EthikForum-TeilnehmerInnen zwei Firmenbeispiele aus Vorarlberg kennen.

Vom begnadeten Augenblick

Martin Strele referierte über ein junges Unternehmen in Bregenz: Kairos. Ein gemeinnütziges Unternehmen, das sich der „Wirkungsforschung“ verschrieben hat. „Mut, Mäßigung, Weisheit, Gerechtigkeit“, nach diesen Grundprinzipien arbeite Kairos, erläuterte Strele die Firmenphilosophie. Praktisch setzt sich Kairos dafür ein, dass sich der Nutzen eines Unternehmens immer an der Gemeinschaft orientiert, dass nicht die Gewinnmaximierung im Vordergrund stehen darf, sondern jener Wert, der dazu dient, jeweils das zu erwirtschaften, was zum (Über)leben gebraucht wird. Strele nannte zwei konkrete Projekte von Kairos: so übernahmen die Bregenzer die operative und planerische Umsetzung eines Solarprojektes in Sierra Leone, einem der ärmsten Länder der Welt. Ein Schulungscenter wurde erreichtet, das junge Menschen zu Solartechnikern ausbildet. Ein lokales Projekt nennt sich „Landrad“. Eingebunden waren der Fachhandel, das Land, das Energieinstitut. Das europaweit einzigartige Forschungsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, wie viele Autokilometer durch elektromotorisch gestützte Fahrräder einsparen lassen. Konkret hieß dies, dass rund 500 Fahrräder importiert wurden, die nahezu ohne Gewinnspanne verkauft wurden, um dem Pilotprojekt zu dienen.

Das Klima wird bleiben

Zum Abschluss der Impulsreferate erläuterte Gerald Fitz die Philosophie des Vorarlberger Multi-Unternehmens Haberkorn Ulmer.

Der größte technische Handel Österreichs hat 23.000 Kunden, 670 MitarbeiterInnen, erwirtschaftet 160 Millionen Euro Umsatz. Gesamt umfasst die Palette des Unternehmens 240.000 Produkte, wovon 100.000 auf Lager abrufbar sind. Haberkorn Ulmer ist ein Familienunternehmen, das „nachhaltig gute Ergebnisse“, so Gerald Fitz, erzielen möchte. Im vergangenen Jahr wurde der Klimaschutz ein großes Thema. „Die Finanzkrise wird vorübergehen, das Klimaproblem wird bleiben“, meinte Gerald Fitz und erläuterte die konkreten Schritte: So wurde im Jahr 2008 erhoben, wie es um die CO2-Bilanz steht. Daraus resultierte ein 3-Jahres-Plan. Haupttreiber des CO2-Ausstoßes sind die Heizung, ebenso die Anreise der MitarbeiterInnen. Der aus den Erhebungen resultierende Plan beinhaltet sehr viele Teilbereiche, die durch eine Projektleiterin koordiniert werden. Energieeinsparungen sieht die Firma bei einfachen Dingen wie dem Papierverbrauch genau so, wie auch in der Reduzierung des „Lichtverbrauchs“, der Optimierung der Transportwege, im Heiz- und Kühlmanagement und nicht zuletzt in der Optimierung des Gebäudes. Ein paar konkrete Klimaschutzmaßnahmen lauten: „Papier“ - die Firma braucht sechs Millionen Blatt Papier pro Jahr, hier ist ein wesentlicher, großer Ansatz erkennbar. Videokonferenzen anstelle von Fahrten zu Konferenzen (Haberkorn-Ulmer hat Niederlassungen in ganz Österreich). Kauf eines Elektroautos, weiters zwei Landräder. Energieeffizienter Umbau der Serverräume. Einführung einer „Energiebuchhaltung“ an allen Standorten des Unternehmens.