„Migration war und ist immer Teil der Weltgeschichte, kein Fortschritt ohne Migration“, erklärt Kilian Kleinschmidt, langjähriger UNHCR-Mitarbeiter und früherer Flüchtlingsberater der Bundesregierung, in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung „Der Sonntag“.

An dieser Stelle, mit diesem Satz könnte man diesen Text beenden – denn im Prinzip ist damit alles gesagt. Zum „Krise“ genannten Flüchtlingsstrom aus Afrika und Nahost, zu Integrationsfragen und Geboten der Menschlichkeit.

Austausch statt Abschottung

Dass aber genau da der Hase im Pfeffer liegt: Sie wissen es alle. Kleinschmidt nennt es eine „komische Angst vor dem Islam und anderen Kulturen“, die in Europa viel präsenter zu sein scheint als die Idee von Offenheit und Brüderlichkeit: „Keine Burg überlebt, indem man die Fallbrücken hochzieht“, meint Kleinschmidt, „sondern sie lebt davon, dass es einen Austausch gibt.“

Von diesem Austausch mit denen, die „anders denken, anders handeln und anders sprechen“ wünscht er sich viel mehr: „Das würde uns allen helfen.“

Schöne neue Welt

Beim Umdenken im Wie und Warum humanitärer Hilfe zum Beispiel: So, wie sie aktuell verteilt und angelegt würden, helfen auch 45 Milliarden Euro nicht. Anstatt neue Abhängigkeiten zu schaffen, müsse es darum gehen, „alle Menschen in die moderne Welt zu bringen“. Ideen dafür gebe es genüg – und im Prinzip sei auch die Finanzierung vorhanden. Wir müssen nur wollen.

Ähnliches gilt für die Idee, den Ausbildungsmarkt für jugendliche Asylbewerber zu öffnen, wie es Johannes Kopf, Vorstandsmitglied des Arbeitsmarktservice (AMS), jüngst angeregt hat. Eine Idee, die nicht nur für den von Kleinschmidt angeregten Austausch sorgen würde, sondern vor allem für den Fortschritt durch Migration, der seit jeher Teil der MEnschehitsentwicklung ist. Womit wir wieder am Anfang wären. Wie gesagt: Es ist alles gesagt.

Quelle: kathpress.at 1 / 2 / 3 / red