In Myanmar und Bangladesch macht Papst Franziskus diese Woche Station – Länder, in denen die Lage harmonischer sein könnte.

Halbzeit bei der Asienreise des Papstes: Montag ist Franziskus im vornehmlich buddhistischen Myanmar angekommen – mitten in einem politischen Wespennest. Seit Ende August waren hunderttausende Angehörige der muslimischen Bevölkerungsgruppe der Rohingya aus Angst vor brutaler Verfolgung durch das burmesische Militär ins angrenzende Bangladesch geflüchtet – was für die UNO einer „ethnischen Säuberung“ gleichkommt. Darüber, wie offen das Kirchenoberhaupt bei seinen Begegnungen mit De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi und Präsident Htin Kyaw die angespannte Situation adressieren sollte, herrschte geteilte Meinung.

Franziskus löste dieses Dilemma, indem er an die Gültigkeit der Menschenrechte für alle erinnerte, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Status‘ oder ihres Glaubens. Auch Myanmar habe die „Verpflichtung, diese Grundprinzipien zu wahren“, erklärte er beim Treffen mit Friedensnobelpreisträgerin Suu Kyi. Diese steht international in der Kritik, weil sie sich nicht gegen die Gewalt gegen die Rohingya einsetze.

Weiterreise nach Bangladesch

Am Mittwoch feiert der Papst seine erste öffentliche Messe, ferner sind Begegnungen mit dem obersten Rat der buddhistischen Mönche und mit den katholischen Bischöfen des Landes, unter ihnen Myanmars erster Kardinal Charles Bo, vorgesehen. Anderntags kommt es zu einem Treffen mit dem Oberbefehlshaber der Armee, General Min Aung Hlaing, dem ein Teil der Verantwortung für die Rohingya-Verfolgungen angelastet wird. Anschließend ist ein weiterer Gottesdienst mit Jugendlichen vorgesehen, bevor Franziskus ins benachbarte Bangladesch weiterreist.

Die dortige Visite beginnt Franziskus am 30. November mit einer Ehrung der Märtyrer des Unabhängigkeitskriegs 1971 an der nationalen Gedenkstätte in Savar und des „Vaters der Nation“, Mujibur Rahman (1920-1975), in dessen ehemaligem Wohnhaus in der Hauptstadt Dhaka. Anschließend wird Franziskus von Staatspräsident Abdul Hamid empfangen und hält eine Ansprache vor Vertretern von Politik und Gesellschaft.

Messe unter freiem Himmel

Am 1. Dezember feiert Franziskus unter freiem Himmel eine Messe mit Priesterweihe und lädt zu einem interreligiösen und ökumenischen Friedenstreffen in das Erzbischöfliche Palais in Dhaka ein. Ferner sind Gespräche mit Premierministerin Hasina Wajed in der Vatikanbotschaft sowie mit den katholischen Bischöfen des Landes in einem Priesterwohnheim geplant. Zum Abschluss der Reise nach Bagladesch stehen am 2. Dezember Begegnungen mit Klerikern und Ordensleuten sowie mit Jugendlichen auf dem Programm.

Quelle: kathpress.at / religion.orf.at / red