Sie soll erinnern und verbinden. Die Brücke über den Rhein, die nun den Namen eines Mannes trägt, der mit seinem Mut hunderte Menschenleben gerettet hat. Paul Grüninger zeigt, dass Menschlichkeit Grenzen außer Kraft setzen kann.

Zur feierlichen Eröffnung der Paul Grüninger Brücke, die Hohenems und Diepoldsau verbindet, versammelten sich Verantwortliche aus Politik und Kultur von beiden Seiten des Rheinufers sowie Zeitzeugen und viele Interessierte. Sie würdigten den couragierten Einsatz von Paul Grüninger und weiteren Helfern. Drei Menschen, die einen besonderen Bezug zu Grüninger haben, enthüllten das Denkmal in der Mitte der Brücke: Robert Kreutner, der als Kind von Grüninger gerettet worden war, Ruth Rodiner-Grüninger, die Tochter von Paul Grüninger und Hanno Loewy, Direktor des Jüdischen Museums.

Grüninger hat als Polizeihauptmann unmittelbar nach dem "Anschluss" Österreichs bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges bis zu 3600 JüdInnen das Leben gerettet, indem er Einreisevisa vor dem entsprechenden Stichtag datierte oder andere Dokumente fälschte. Er hat seine 'Amtspflicht' verletzt um seiner 'Menschenpflicht' nachzukommen. Dafür wurde er - ohne jeglichen Pesionsanspruch - vom Dienst suspendiert und zu einer hohen Geldstrafe verpflichtet. Er starb 1972 völlig verarmt. 1971 wurde er in die Liste der Gerechten unter den Völkern aufgenommen. Erst 1995 wurde das Urteil aufgehoben und 1998 eine Entschädigung an die Nachkommen bezahlt. Aus dieser entstand die "Paul-Grüninger-Stiftung", die nun alle drei Jahre Verfechter von Menschenrechten auszeichnet.

Am Ende des Festaktes spielte ein Bläserquintett der Militärmusik den "Paul-Grüninger-Marsch", den der Flüchtling Jakob D'Orange 1938 komponiert hatte - ein spätes, aber tröstliches Zeichen von Rehabilitierung und Versöhnung.

Von Patricia Begle veröffentlicht am 08.05.2012

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