Eigentlich reist Papst Franziskus nicht gerne, dennoch hat er während seines Pontifikates bereits 17 Auslandsreisen absolviert. Warum er grundsätzlich auf die zeremoniellen Mittagessen mit den Autoritäten verzichtet und was der Papst mit einem Esel gemein hat, erfahren Sie hier.

Papst Franziskus reist also nicht gerne. Wenn er es aber tut, dann bevorzugt er Länder an der Peripherie, in denen er bei der Überwindung vorhandener Konflikte oder Probleme helfen wolle.  Seine erste Flugreise als Pontifex hatte ihn nach Lampedusa geführt. Diese Reise sei "spontan und ungeplant" gewesen. Sie erfolgte aus dem Gefühl heraus, "Trost spenden zu müssen und den Menschen vor Ort Mut zuzusprechen".

Nicht so viele Barrieren bitte

Daran anschließend sei der Weltjugendtag in Rio de Janeiro gekommen. Die sei "ein fixer Programmpunkt in der Agenda der Päpste", an dem er "nicht rütteln wollte", gestand Franziskus. Die Reise in das lateinamerikanische Land sei gleichzeitig der erste Prüfstein für den Sicherheitsapparat gewesen, der die Päpste auf ihren Reisen begleitet. Er sei den Gendarmen und Schweizer Gardisten, die für seine Sicherheit sorgten, dankbar, so Franziskus. Doch ein Papst sei ein Hirte, so dass sich nicht zu viele Barrieren zwischen ihm und den Menschen befinden dürften. Deshalb habe er von Anfang an klar gestellt, dass er nur dann Reisen unternehme, wenn ihm der Kontakt mit den Menschen möglich sei. Er habe nichts gegen gesellige Treffen, verzichte aber am liebsten auf das traditionelle Gala-Essen mit den Autoritäten des Landes um mehr Zeit für die Begegnung mit den Menschen zu haben.

Die Länderauswahl des Papstes

Auf die Frage, warum der Papst bislang die Länder der Europäischen Union auf seinen Reisen größtenteils gemieden habe, antwortete er, dass er neben Griechenlands Insel Lesbos, die er gemeinsam mit Patriarch Bartholomaios besucht habe, auch die Europäischen Institutionen in Straßburg aufgesucht habe. Stattdessen habe er andere Länder besucht, die zwar nicht zu Europa im engeren Sinn gehörten, aber dennoch europäische seien, wie Bosnien Herzegowina und Albanien. Es sei ihm ein Anliegen, vor allem Länder zu besuchen, die Konflikte lebten oder in Schwierigkeiten seien, um Mut zu machen und eine kleine Hilfestellung zu geben.

"Viva Jesus" statt "Viva il Papa"

Wenn er den Enthusiasmus der Menschen sehe, die ihn bei seinen Reisen an der Straße grüßen und mit Hoch-Rufen empfangen, müsse er immer an einen Satz seines Vorgängers Albino Luciani (Papst Johannes Paul I.) denken, der in etwa gesagt habe: "Könnt ihr euch etwa vorstellen, dass der Esel, auf dem Jesus bei seinem triumphalen Einzug nach Jerusalem saß, denken könnte, dass der Applaus ihm gelte?" Der Esel entspreche nämlich der Stellung des Papstes, denn der Papst "trage", ähnlich wie der Esel, Jesus zu den Menschen. Deshalb lade er wiederholt die Menschen dazu ein, "Viva Jesus" statt "Viva il Papa" zu rufen. (red/kathpress)