Der "internationale Befreiungstag" erinnert alljährlich an das Ende jener Vorgänge, die sich von 1938 bis 1945 hinter den Mauern und Zäunen des KZ Mauthausen abgespielt haben. Mehr als 10.000 Menschen aus ganz Europa nahmen am vergangenen Sonntag an der Gedenkveranstaltung teil. Im Mittelpunkt standen dabei all jene, die Verfolgte unterstützt haben. Ihr Mut soll heute Vorbild sein.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst sind am Sonntagmorgen die Feiern zum Internationalen Befreiungstag im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen eröffnet worden. Dem Gottesdienst in der Kapelle im Konzentrationslager standen der Linzer Bischof Ludwig Schwarz, der evangelische Bischof Michael Bünker und - als Vertreter der orthodoxen Kirchen - Bischofsvikar Ioannis Nikolitsis von der griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria vor.

Mehr als 10.000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa nahmen an der diesjährigen Gedenkfeier teil. Das teilte das Mauthausen Komitee Österreich am Sonntag mit. Zu den Ehrengästen zählten neben Botschaftern aus etwa 50 Ländern Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und die Bundesminister Gerald Klug und Alois Stöger.

Im Mittelpunkt des Gedenkens standen heuer jene Frauen und Männer, die der Diktatur der Nationalsozialisten Widerstand leisteten, indem sie jenen, die verfolgt wurden, halfen oder zu helfen versuchten. Viele von ihnen bezahlten ihre Hilfe für die Verfolgten mit dem Leben.

"Wir gedenken ihrer wahrscheinlich am besten, indem wir heute alle Menschen aufrufen, ebenfalls Zivilcourage zu zeigen", appellierte Willi Mernyi, der Vorsitzende des Mauthausen Komitees Österreich, vor allem an die jungen Menschen.

Während die Opfer und die Täter des NS-Regimes mittlerweile gut erforscht sind, kenne man nur einen kleinen Teil derer, die jenen zu helfen versuchten, die von den Nazis verfolgt wurden, hielt das Mauthausen Komitee in einer Aussendung fest. Von denen, die überlebten, hätte nur ein Teil nach dem Ende des Krieges über das sprechen können oder wollen, was sie getan hatten, "dass sie Jüdinnen und Juden zur Flucht verholfen hatten, KZ-Häftlingen zu essen gegeben und sie gar versteckt hatten, Verfolgte geheiratet hatten, um sie so vor der Vernichtung zu retten". Das gesellschaftliche Klima der Nachkriegsjahre sei in vielen Ländern nicht sehr viel anders als während das Jahrzehnte davor gewesen: "Antisemitismus, Homophobie und Ausgrenzung behinderter Menschen waren (und sind) weit verbreitet."

Mehr als 750 junge Menschen nahmen an einer Jugendgedenkveranstaltung teil. Der Gedenkmarsch, der beim Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers, seinen Anfang nahm, wurde u.a. von der Katholischen Jugend der Diözese Linz organisiert.

kathpress / red.